Mannheim

Fahrlachtunnel bleibt bis 2023 dicht

Die Wiedereröffnung ist jetzt für das erste Quartal 2023 und pünktlich zur Bundesgartenschau geplant.

21.06.2022 UPDATE: 22.06.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 29 Sekunden
Nichts geht mehr: Am 3. August vorigen Jahres waren die 1994 eröffneten Tunnelröhren aufgrund gravierender Sicherheitsmängel geschlossen worden. Foto: Gerold

Von Volker Endres

Mannheim. Schlechte Nachrichten für die Pendler in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die erhoffte Wiedereröffnung des Fahrlachtunnels als Knotenpunkt für rund 60.000 Fahrzeuge pro Tag verzögert sich. Anstelle des dritten Quartals in diesem Jahr peile man nun das erste Quartal 2023 für die einspurige Notöffnung an, sagte die zuständige Bürgermeisterin Diana Pretzell (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Am 3. August vorigen Jahres waren die 1994 eröffneten Tunnelröhren aufgrund gravierender Sicherheitsmängel geschlossen worden. Vor allem der Brandschutz habe einen Weiterbetrieb verhindert, hatte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) damals erklärt, aber zumindest ein kleines bisschen Zuversicht verbreitet. Er stellte nach einer Notertüchtigung zumindest eine einspurige Wiedereröffnung der Pendlerroute in beide Richtungen noch in diesem Jahr vorsichtig in Aussicht.

Das klappt nicht, mussten Dezernentin Pretzell, Projektleiter Alexandre Hofen-Stein und Planer Alex Stork den OB korrigieren. Vor allem Lieferengpässe aus China und der Ukraine hätten die Arbeiten verzögert. "Wir peilen jetzt ganz fest das erste Quartal 2023 an", betonte Pretzell. Rechtzeitig vor der Bundesgartenschau soll der Verkehr wieder rollen. Dass damit zugleich auch eine Kostensteigerung einhergehe – ursprünglich hatte man die Notertüchtigung mit zwei Millionen Euro veranschlagt –, verstehe sich dabei fast schon von selbst.

Wie hoch die Ausgaben letztlich ausfallen, sei allerdings aktuell reine Spekulation, so Hofen-Stein. "Man findet solche speziellen Bauteile eben nicht im Baumarktregal." Klar sei aber: "Erst wenn alle 15 einzelnen Gewerke abgeschlossen und überprüft sind, kann der Tunnel wiedereröffnet werden", ergänzte Storck. "Nur dann ist die Möglichkeit der Selbstrettung in einem Brandfall gewährleistet", machte Pretzell klar. Wie es allerdings im Anschluss mit der bis 2027 geplanten Generalsanierung des Tunnelbauwerkes weitergeht, sei noch völlig offen und auch der Einfluss der Stadt darauf nicht unbegrenzt.

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Der Hintergrund: Im Zuge der neuen Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe, die den Güterverkehr weitestgehend unterirdisch durch das Stadtgebiet führen soll, "kollidieren" zwei mögliche Trassenverläufe mit dem Fahrlachtunnel. Dieser kreuzt unterirdisch die Schienen des Hauptbahnhofs. Damit und seinen Zu- und Abfahrten käme er möglicherweise auch einem Bahntunnel in die Quere.

"Aber die Planungen der Bahn sind noch in einem ganz frühen Stadium. Die Arbeiten beginnen wohl frühestens Mitte der 2030er-Jahre", erklärte Stadtsprecher Tim Neugebauer auf Nachfrage. Bis dahin befinde man sich in der Abstimmung. Und natürlich wolle die Stadt verhindern, den dann gerade frisch sanierten Tunnel weder schließen und möglicherweise an anderer Stelle neu bauen zu müssen.

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