"Druschba-Freundschaftsfahrt" nach Russland

Wie Istvan Gergely 5500 Kilometer bis nach Karelien fuhr

Gergely hat an der diesjährigen Druschba-Freundschaftsfahrt nach Russland teilgenommen

13.11.2017 UPDATE: 14.11.2017 06:00 Uhr 1 Minute, 30 Sekunden

Istvan Gergely ist von der Gastfreundschaft der Russen begeistert. Foto: kaz

Edingen-Neckarhausen. (kaz) Ein Kind schenkte ihm eine kleine Stoffpuppe, Frauen versorgten ihn mit frischen Kräutern, die seiner Gesundheit gut tun sollten: Das waren die Momente, die Istvan Gergely bei seiner Reise durch Russland mit am meisten bewegt haben. Innerhalb seiner dreiwöchigen Druschba-Freundschaftsfahrt mit rund 300 Teilnehmern aus Deutschland und 15 weiteren Staaten war er im Sommer auf einer von sieben Routen unterwegs und legte als Bus-Passagier rund 5500 Kilometer zurück. Von Berlin aus ging es nach Karelien.

Der Physiker im Ruhestand ist in Ungarn geboren und kam mit seinen Eltern in den Nachkriegsjahren nach Deutschland. Für die Eltern war Russland stets ein Feindbild, das sie auf den Sohn übertrugen. Doch der ging irgendwann ganz andere Wege, belegte Russischkurse an der Volkshochschule, beschäftigte sich mit der Kultur des Landes und mit russisch-ungarischen Ähnlichkeiten.

"Ich war und bin einfach nur als Mensch unterwegs", lautet sein Credo. Das ist ihm angesichts der angespannten politischen Lage besonders wichtig. Bei der Friedensfahrt hat er festgestellt, dass der Zweite Weltkrieg in den Köpfen der Russen noch sehr präsent ist - nicht nur bei den Veteranen. "Sie leben mit der Geschichte, auch die Jugendlichen", so sein Eindruck. Was aber offenbar kein Grund ist, deutsche Gäste nicht mit großer Herzlichkeit zu empfangen.

Auch die Architektur und die Landschaft haben bei Gergely einen großen Eindruck hinterlassen. Vor allem "die wahnsinnige Weite" hat ihn fasziniert. Auch, dass die Religiosität im russischen Alltag eine so große Rolle spielt, hätte er nicht gedacht. Da hatte er eher mit einer westlich orientierten Jugend gerechnet, der er auch begegnete. Aber da waren auch die Tanzveranstaltungen, in denen alte Traditionen gepflegt wurden. Natürlich blieben die deutschen Gäste da nicht einfach auf den Stühlen sitzen.

Die Druschba-Freundschaftsfahrt - Druschba ist das russische Wort für Freundschaft - wird von Reiseveranstaltern organisiert, die sich zum Beispiel um die Visa kümmern. Die Teilnehmer können sich aber gern eine eigene Unterkunft organisieren oder Ausflüge auf eigenen Faust unternehmen, wenn sie kyrillische Schriftzeichen lesen können und sich so in einer Stadt oder in der U-Bahn zurechtfinden. Mit Englisch kommen Touristen momentan noch nicht wirklich weiter.

"Ich habe noch nicht genug von diesem Land", zieht Gergely ein äußerst positives Fazit seiner Reise und deutet damit an, dass er bei der nächsten Druschba-Freundschaftsfahrt gern wieder mit dabei wäre. Über seine diesjährigen Erfahrungen könnte er einen Vortrag halten, falls sich dafür eine geeignete Plattform finden würde.

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