Heidelberg-Ziegelhausen

Was die robusten schottischen Hochlandrinder auf Weideflächen bewirken

Artenvielfalt durch zotteliges Fell  - ARD bei Dreharbeiten in Ziegelhausen

30.10.2020 UPDATE: 02.11.2020 06:00 Uhr 1 Minute, 15 Sekunden
Hauptdarsteller in der ARD-Sendung „W wie Wissen“: Die schottischen Hochlandrinder der Neuneralm in Schlierbach. Sie sorgen dort für Artenvielfalt. Foto: kaz

Von Karin Katzenberger-Ruf

Heidelberg. Weideflächen, auf denen schottische Hochlandrinder grasen, sind artenreicher als Flächen, auf denen anderen Rinderrassen gehalten werden: Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Universitäten Heidelberg und Göttingen sowie der Forschungsanstalt "Acroscope" der technischen Hochschule Zürich. Als Grund für mehr Pflanzenvielfalt wird unter anderem das zottelige Fell der Hochlandrinder genannt. Demnach verfangen sich dort reichlich Samen, die wieder abgeschüttelt werden und so in die Erde gelangen. Auch die Bodenbeschaffenheit ist bei einer Beweidung mit den leichteren Hochlandrindern besser.

Weideflächen und Tiere des Zuchtbetriebs "Neuneralm" oberhalb von Schlierbach waren in die 2016 begonnene Studie einbezogen worden. Jetzt sind deren Ergebnisse Thema in der ARD-Sendung "W wie Wissen". Die Dreharbeiten dazu gingen auf einer Weide oberhalb des Sportplatzes Ziegelhausen auf dem Köpfel über die Bühne. Die Hauptdarsteller: Der achtjährige Zuchtbulle Donan und seine Nachkommen Cody und Brody, beide jeweils ein Jahr alt. Schottische Hochlandrinder gelten als besonders robust, leben das ganze Jahr über im Freien und ernähren sich von natürlichem Futter – was sich auch auf die Fleischqualität auswirkt.

Ansonsten werden die Tiere als gutmütig beschrieben. Zuletzt weideten die drei Hochlandrinder, die es ins Fernsehen geschafft haben, auf einer Fläche unterhalb des Köpfel-Schwimmbades. Zum Fototermin kam Philipp Neuner dann doch mit ein paar "Leckerli" in Form trockener Brötchen. Er schaut täglich nach den Tieren, 29 sind es derzeit insgesamt.

Die Familie Neuner beweidet in Heidelberg in den Stadtteilen Ziegelhausen und Schlierbach zahlreiche Flächen zur Landschaftspflege mit Hochlandrindern. Es handelt sich hierbei sowohl um private als auch städtische Flächen in Verwaltung verschiedener Ämter.

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Die extensive Beweidung mit Hochlandrindern einschließlich weiterer Pflegemaßnahmen auf den Weideflächen wird seit mehreren Jahren über die Landschaftspflegerichtlinie des Landes gefördert. Sie steht auch im Zusammenhang mit dem städtischen Projekt "Erhaltung der Kulturlandschaft Ziegelhausen", das federführend beim Landschafts- und Forstamt angesiedelt ist und vom Umweltamt bei der Umsetzung fachlich begleitet wird. Bei dem Projekt werden unter anderem die Hochlandrinder eingesetzt, um Weideflächen, die allmählich verbuschen, freizuhalten.

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