Azubi-Umfrage

Viele Jugendliche unsicher bei der Berufswahl

"Nur" eine Ausbildung gemacht? Vorbehalte gegenüber dualen Berufsausbildungen halten sich hartnäckig - und erschweren die Entscheidung für den Berufsweg. Aber was ist dran? Experten ordnen ein.

10.06.2024 UPDATE: 10.06.2024 08:14 Uhr 1 Minute, 12 Sekunden
Laut einer Umfrage waren sich nur 32 Prozent der Auszubildenden und dualen Studenten sicher, welche Ausbildung sie nach ihrem letzten Schulabschluss machen möchten. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn​

Mit der Berufsausbildung wagen viele junge Menschen den Schritt in die Eigenständigkeit. Aber in welche Richtung soll es eigentlich gehen? Bei dieser Frage hat die Mehrheit Schwierigkeiten.

Das Abschlusszeugnis in der Tasche - und nun? Viele junge Menschen sind orientierungslos, wenn es um die Berufswahl geht. Laut einer Umfrage waren sich nur etwa ein Drittel (32 Prozent) der Auszubildenden und dualen Studenten sicher, welche Ausbildung sie nach ihrem Schulabschluss machen möchten. 15 Prozent wussten zunächst überhaupt nicht, was sie machen wollen. Das geht aus einer Azubi-Studie im Auftrag des Recruiting- und Testanbieters "u-form Testsysteme" hervor, für die unter anderem fast 5000 Schüler, Schülerinnen und Auszubildende befragt wurden.

"Grundlagenausbildung" als Berufswegweiser

Eine sogenannte Grundlagenausbildung könnte den nahtlosen Übergang in die Berufswelt erleichtern. 87 Prozent der Befragten begrüßen die Idee, dass Schulabsolventen in einem halben Orientierungsjahr verschiedene Bereiche durchlaufen, bevor sie sich für einen konkreten Beruf entscheiden. 

Doch auch andere Aspekte helfen bei der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf: So sind Praktika für viele junge Menschen die beste Möglichkeit, um
herauszufinden, ob ein Ausbildungsberuf zu ihnen passt. Auch umfassende Informationen über verschiedene Berufe und deren Aufstiegsmöglichkeiten spielen für sie eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung.

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1, 2 oder 3: Viele Bewerber haben die Wahl

Weniger Bewerbungen und unbesetzte Stellen: Der Nachwuchsmangel in Ausbildungsberufen bleibt ein drängendes Problem. Wie auch im Vorjahr können sich die knappe Mehrheit der Bewerberinnen und Bewerber den Ausbildungsbetrieb aussuchen: Mehr als 50 Prozent gaben an, dass sie sich zwischen zwei oder mehr Angeboten entscheiden können.

Bei ihrer Bewerbung kommt es den Jugendlichen vor allem auf das Ausbildungsimage an: 41 Prozent der befragten Auszubildenden haben sich den Angaben zufolge bei ihrem Betrieb beworben, weil die Ausbildung dort einen "sehr guten Ruf" genießt. Im Ausbildungsalltag bestätigt sich dieses positive Bild jedoch nur für 39 Prozent der Azubis uneingeschränkt.



Mit dem KarriereKompass hat die Rhein-Neckar-Zeitung ein Ausbildungsmagazin für die Metropolregion Rhein-Neckar aufgelegt, welches helfen soll, den Weg ins Berufsleben zu finden.