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Plus Weingut Jean Buscher

Entdeckung des Jahres

Weingut Jean Buscher – Rheinhessen-Lagencup 2022 Rot

21.07.2022 UPDATE: 21.07.2022 14:31 Uhr 2 Minuten, 34 Sekunden

Bechtheim. (zg) Nachhaltigkeit ist eines der größten Themen unserer Zeit und betrifft alle Bereiche, natürlich auch den Weinbau - so Peter Jakob, von dem dieser Bericht stammt. Hier kann man verschiedene Wege gehen – wie beispielsweise beim Weingut Jean Buscher aus Bechtheim in Rheinhessen. Als Ende 2014 Raphael Buscher mit seiner Frau Nicole entschied, dass man Zwergschafe zu bestimmten Zeiten im Weinberg einsetzen wolle, um dort die technischen Eingriffe wie Traktorfahrten und die damit zusammenhängende Bodenverdichtung zu reduzieren, hatte dies eine Folge. Für Zwergschafe ist Kupfer hoch toxisch. Auf diese Weise ist kein zertifizierter Bioweinbau geschweige denn biodynamischer Weinbau möglich, da hier Kupfer und Schwefel das Handwerkszeug zur Krankheitsbekämpfung im Wingert sind.

Unterwegs auf neuen Wegen

Bei Jean Buscher gehen sie bis heute neue Wege. Im Weinberg wird mit einer Dauerbegrünung gearbeitet. Ziel ist es, einen Naturkreislauf zu erhalten, durch den sich eine Umgebung schafft, in der sie "der Natur ihren freien Lauf lassen" können, wie Raphel Buscher sagt. Auch werden verschiedene Pflanzenschutzmethoden der Biodynamik angewendet, die er in seiner Zeit bei Maison Champy im Burgund kennengelernt hat. 

In letzter Zeit wird mit effektiven Mikroorganismen experimentiert. Wenn man sich etwas mit diesen auch EM genannten Ansatz beschäftigt, scheint die Wirkung durchaus umstritten. Dennoch stellt sich häufig heraus, dass es zu positiven Ergebnissen führt. Was Buschers auf jeden Fall festgestellt haben ist, dass es positive Auswirkungen auf die Pflanzenstärkung hat. Raphael Buscher beschreibt es so: "Wir scheren uns nicht um das Lehrbuch. Natur ist Natur. Wir beobachten und agieren, wenn notwendig".

Auch wenn das Biosiegel aus Gründen des Schafwohls nicht zu erlangen ist, ist es nicht so, dass Buschers einfach nur "ihr Ding" machen. Mit Partnerbetrieb Naturschutz und Fair And Green ist man in Nachhaltigkeitsprojekte eingebunden. Um zu wissen, wann eine Unterstützung notwendig ist, greift man auch auf tagesaktuelle Bodenanalysen zurück, um den Nährstoffgehalt und die Wasserversorgung der Weinberge im Blick zu haben. Dass ihr Handeln effektiv ist, haben sie dann schon 2018 gesehen, als die Junganlagen in diesem heißen Jahr nicht gegossen werden mussten. Die Natur hatte sich da schon reguliert.

Die Denkweise im Weinberg findet sich auch im Keller wieder, die Anzahl der Eingriffe hat sich deutlich reduziert. Für die Weine gelten ein langes Hefelager und keine Regulierung der Säure. Gerne wird auch mal mit Dreck und Speck vergoren, was schon 2017 zu einem langlebigen und tiefen Silvaner geführt hat. Durch eine höhere Zahl an ab Hof Kunden, können viele Schritte nur behutsam umgesetzt werden. 

Blindverkostung beim Lagencup

Aber bisher wurden alle Änderungen sehr positiv von den Kunden aufgenommen. Und es kann ja nicht von heute auf morgen alles geändert werden. ...