Borussia durfte bei der TSG noch keinen Bundesliga-Sieg feiern

Ist der Familienfrieden ernsthaft gefährdet?

01.04.2015 UPDATE: 02.04.2015 06:00 Uhr 1 Minute, 24 Sekunden

Aus der Klinik auf den Platz: Jin-Su Kim will auch gegen Gladbach jubeln. Foto: APF

Von Achim Wittich

Zuzenhausen. Markus Gisdol ist kein Mann der Zettelwirtschaft, wie etwa Ewald Lienen, der derzeit beim FC St. Pauli den Abstieg aus der Zweiten Liga verhindern soll. Gestern machte Hoffenheims Trainer dennoch eine Ausnahme. Kein Wunder, denn das Blatt Papier mit seinen sorgfältig notierten Sorgenkindern war vor der Herkules-Aufgabe gegen die Bayern-Bezwinger aus Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr, live in Sky) voll beschrieben.

Der Schweizer Pirmin Schwegler plagt sich mit einer "Art Hexenschuss" (Gisdol) herum, Tobias Strobl und Roman Polanski pausierten am Mittwoch wegen "Anzeichen einer Grippe". Kevin Volland zwickt’s genau wie Sejad Salihovic an der Wade. Zudem sind Ersatztorwart Jens Grahl (Rücken- und Hüftprobleme) sowie Kai Herdling (Knie) angeschlagen. "Ein Wahnsinn", findet Gisdol. Immerhin konnte Steven Zuber (Rückenprobleme) gestern unter leichter Belastung auf dem Trainingsplatz arbeiten. Auch bei Verteidiger und Dauerläufer Jin-Su Kim sieht es nach seinem dreitägigem Klinik-Aufenthalt mit Verdacht auf Gehirnerschütterung "ganz gut aus".

Ganz sicher werden einige Namen auf Gisdols Zettel bis zum Anpfiff gegen den Tabellendritten wieder gestrichen werden. Klar ist aber, dass "Eisen"-Ermin Bicakcic nach seiner Gelb-Roten Karte in Paderborn nur auf der Tribüne der bereits ausverkauften Rhein-Neckar-Arena Platz nehmen kann.

Es ist nicht verwunderlich, dass Vertrags-Pokerer Gisdol nur allzu gerne die Rolle des Außenseiters übernehmen möchte. "Tauschen Sie Augsburg und Dortmund in der Tabelle aus und sie haben die sechs Mannschaften, die ein Abo auf Europa haben", sagt der Schwabe - und fügt unmissverständlich hinzu: "Mit diesen sechs Teams sind wir definitiv nicht auf einer Höhe."

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Doch 1899 wird am Karsamstag gegen die flinken Fohlen keineswegs die weiße Flagge hissen. Schließlich spricht die Statistik eine eindeutige Sprache.

Achtmal reisten die Profis vom Niederrhein bisher zu Bundesliga-Partien zur TSG. Sechsmal fuhren Sie als Verlierer nach Hause, nur zwei Unentschieden ist die magere Ausbeute der Elf von Lucien Favre.

In der Umschaltbewegung und im Präzisionsspiel nach vorne sei "der kommende Gegner die aktuell beste Mannschaft der Liga", glaubt Gisdol. Das beunruhigt ihn aber nicht: "Wir können Top-Teams Schwierigkeiten bereiten. Das haben wir bereits gezeigt."

Entschieden bestritt er dagegen Vermutungen, als ganz junger Mensch in Gladbacher Bettwäsche genächtigt zu haben. Die Schwester sei’s gewesen, versicherte Gisdol und musste dabei lächeln. Gibt’s ein Remis, ist der Familienfrieden gerettet.

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