Ladenburg/Ilvesheim

Kooperation soll Mangel bei Betreuungsplätzen ausgleichen

Die Stadt geht unkonventionelle Wege bei Kinderbetreuung und verlegt 20 Plätze in die Nachbargemeinde Ilvesheim.

26.07.2022 UPDATE: 26.07.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 15 Sekunden
Die Arbeiten für den Kindergartenbau in der Nordstadt gehen voran, 2024 soll der Betrieb starten. Foto: Sturm

Ladenburg/Ilvesheim. (krs) Die Betreuungssituation für Kinder ist nicht ausreichend in Ladenburg. Um das Problem ein wenig abzufedern, geht die Stadt jetzt unkonventionelle Wege. Zum Beispiel mit einer Kooperation mit der Stadt Ilvesheim. Dort werden Ladenburger Familien in zwei Einrichtungen insgesamt 20 Plätze angeboten. Das erklärte Bürgermeister Stefan Schmutz in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das Gremium beschloss die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung in der Stadt. Die umfasst auch die Interimskindergärten Hockenwiese und Brenngässel, der 20 zusätzliche Ganztagsplätze ab 2023 anbieten soll.

Derzeit liegt die Abdeckungsquot bei nur rund 85 Prozent. Im kommenden Jahr soll sie auf immerhin 93 Prozent steigen. Dass die Betreuungssituation in der Stadt angespannt ist, zeigte sich auch in der Debatte der Räte. "Es ist nicht unsere Art, das zu vorzuhalten", führte Grünen-Stadträtin Jennifer Zimmerman an. "Aber wir haben es gesagt." Kinderbetreuung sei kein Luxus. "Wer sich für ein Neubaugebiet entscheidet, muss Infrastruktur mitdenken, bevor die Leute dort wohnen, nicht erst wenn sie da sind." Gegenwind bekam Zimmermann aus der SPD. "Alle haben daran gearbeitet, die Verwaltung kümmert sich um Lösungen", sagte Uta Blänsdorf-Zahner.

"Wir müssen einen Mangel verwalten. Das lässt sich nicht beschönigen", gab Schmutz zu. Das sei für die Verwaltungsmitarbeitenden "nicht vergnügungssteuerpflichtig". Schmutz betonte mehrfach: "Die Spielregeln gelten für alle. Es gibt keinen geheimen Schrank in der Verwaltung, in dem wir noch ein paar Kindergartenplätze verstecken." Ältere Kinder bekommen auf den Wartelisten Vorrang, aber es kommt auch darauf an, ob die Eltern manche Einrichtungen ausgeschlossen hätten, erklärte die Verwaltung auf Anfrage von Gudrun Ruster (FWV).

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Christdemokrat Sophian Habel wollte wissen, warum der Betreuungszuschuss nur an Tagesmütter in Ladenburg ausgezahlt werde. Bürgermeister Schmutz erklärte: "Wenn die Kinder in einer Kommune in Betreuung sind, die auch einen Zuschuss anbietet, dann zahlen wir ihn auch außerhalb von Ladenburg." Man wolle nur verhindern, dass auswärtige Kommunen Kinder aus Ladenburg bevorzugen, weil sie dafür mehr Geld bekommen. Das wünsche sich Ladenburg auch umgekehrt von den umliegenden Kommunen.

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