Ladenburg

Galeristin Linde Hollinger ist verstorben

Trauer um die Unternehmerin und Kunstexpertin. Sie verstarb im Alter von 80 Jahren.

06.07.2024 UPDATE: 06.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 22 Sekunden
Linde Hollinger. Archivfoto: stu

Ladenburg. (stu) "Die Strahlende, die Zielstrebige, die Kämpfende, die Lachende, die Widerspenstige, die Gute ist gegangen. Linde hat den Kampf gegen ihren Erzfeind, den Krebs, den sie schon mehrfach gewonnen hat, aufgegeben. Sie hat sich am 27. Juni ganz leise verabschiedet." Mit dieser traurigen Botschaft informierte das Team der Galerie Hollinger darüber, dass ihre inspirierende, kreative Chefin "in eine andere, schönere Welt gegangen ist".

Die Galeristin, die im barocken Preysing-Palais in Ladenburg ihre Leidenschaft auslebte, war eine der bekanntesten Fördererinnen der konkreten und der konstruktiven Kunst. Ihre Galerie war für Freunde dieser Stilrichtung ein deutschlandweit bekannter Anlaufpunkt. Hollinger, die ihr Kunststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart abgeschlossen hatte, war es stets ein Anliegen, junge avantgardistische Künstler zu fördern.

In Ladenburg gaben sich aber auch international bekannte Künstler die Klinke in die Hand, wenn sie Ausstellungen organisierte. Es gelang der Lehrbeauftragten an mehreren Kunstakademien, immer neue Spannungsfelder präsentieren.

Sie wertete damit nicht zuletzt auch die Messe "Art Karlsruhe" auf und machte sie zum Anlaufpunkt für Kunstfreunde aus aller Welt, welche die klassische Moderne und die Gegenwartskunst schätzen. Sie zitierte gern Kurt Schwitters: "Kunst ist nie Nachahmung der Natur, sondern aus ebenso strengen Gesetzen gewachsen wie die Natur." Bevor Hollinger 1990 ihre eigene Galerie eröffnete, war sie eine erfolgreiche Unternehmerin in der Werbebranche.

Mit ihrem Mann Hermann Schmölzer, der ihre Leidenschaft für Kunst begleitete, führte sie die Agentur Schmölzer & Hollinger, in der bis zu 50 Werbefachleute beschäftigt waren. Ihre wahre Leidenschaft war aber die Kunst. Im März 1990 gründete sie mit Blanka Heineke die "März-Galerie Ladenburg-Mannheim". Seit 2008 führte Hollinger die Galerie unter ihrem Namen.

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Ihr Engagement galt auch der Stadt Ladenburg. Hier wirkte das Mitglied der Grünen aber eher im Stillen, wollte gute Taten nie an die große Glocke hängen. Wie ihre öffentlichen Auftritte hat sie auch ihren Abschied aus dieser Welt leise choreografiert, teilt das Galerie-Team mit.

"Bis zuletzt hat sie ihr geliebtes Preysing-Palais in Ordnung gehalten, ihre Besucher angestrahlt und unterhalten und viel gelacht." Ihr Lachen ist nun verschwunden. Die Kunstwelt, die Galerie, ihre Familie, aber auch die Stadt haben mit Linde Hollinger eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren, die fehlen wird.

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