Edingen-Neckarhausen

In Edingen kann jetzt ein E-Lastenrad geliehen werden

Ein Beitrag zur Mobilitätswende. Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt.

04.07.2024 UPDATE: 04.07.2024 04:00 Uhr 2 Minuten, 21 Sekunden
Freuen sich über das E-Lastenrad (v. l.): Florian Köhler, Jessica Vierling, Max Linn und Bürgermeister Florian König im Sattel sowie Filip Neuwirth im Transportkasten. Foto: skv

Von Stephan Kraus-Vierling

Edingen-Neckarhausen. Abgasfrei, klimaschonend und entspannt zum Einkauf fahren, kleinere Transporte erledigen oder mit dem Nachwuchs einen Ausflug unternehmen: "Edith" macht es möglich. So heißt das praktische E-Lastenrad, das nun in Edingen gratis per Online-Reservierung zu leihen ist – ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das Jessica Vierling zusammen mit ihrem Gatten Max Linn "auf die Reifen gestellt" hat, finanziert mit Spenden aus der Einwohnerschaft.

Die Nachfrage vom Start weg stimmt optimistisch; und dank eines von den Heidelberger Stadtwerken überlassenen zweiten Cargo-Bikes soll es zeitnah auch eine Ausleih-Option in Neckarhausen geben.

In Edingen wurde das solide weiß-schwarze "Bergamont"-Transportrad passend am Internationalen Fahrradtag im Beisein von Bürgermeister Florian König am zentralen Standort vor dem Rathaus aufgestellt.

Der Bike-Schlüssel ist ganz in der Nähe bei "Rainer’s Gartenparadies", Rathausstraße 7. Die Idee kam aus der Region: Seit 2017 gibt es den Verein "Dein Lastenvelo Mannheim" (LaMa), der in der Quadratestadt und deren Stadtteilen kostenlos, beziehungsweise auf Spendenbasis Lastenräder verleiht.

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Jessica Vierling und Max Linn kannten die Arbeit des Vereins schon länger und sind begeistert von dessen Konzept und angetan vom Erfolg dieses Projekts zugunsten der Verkehrswende. Das Ehepaar und die ganze Familie sind überzeugte Fahrradfahrer und -förderer, Max Linn auch als geschätzter Profi am Ort: Der 35-jährige Zweiradmechaniker-Meister betreibt die "Fahrradwerkstatt Edingen" in der Hauptstraße und bringt sich bei Veranstaltungen wie dem "Lebendigen Neckar" oder den TVE-Mairadtouren ehrenamtlich mit seiner mobilen Radservicestation ein.

So reifte der Entschluss, das Leih-Lastenrad auch für die eigene Gemeinde zu realisieren – als eine Innovation, die, so Jessica Vierling, "niemandem etwas wegnimmt, sondern allen, die möchten, einen Mehrwert bringt". Über die Fahrradwerkstatt konnte ein günstiges gebrauchtes E-Lastenrad erworben und zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt werden.

Die Wahl fiel auf ein so robustes wie nutzungsflexibles "Bergamont E-Cargoville LJ E"-Lastenrad mit Holzbox und zwei Kindersitzen. Für die dazu benötigten rund 3000 Euro startete das Initiatorenpaar, unterstützt von den Mitstreitern Filip Neuwirth und Florian Köhler, im Januar einen Spendenaufruf über das örtliche Klimaforum sowie in den Sozialen Medien.

Um das Projekt mit vielen gemeinsam zu schultern, wurden 300 Spenden à zehn Euro erbeten. Das fand rasch Resonanz; auch dank der von Florian Köhler erstellten Homepage mit Infos und dem aktuellen Spendenstand. Etliche gaben deutlich mehr als einen "Zehner"; und so war die benötigte Summe schon im April beisammen.

Dankbar sind Vierling und Linn auch dem Lastenradverein Mannheim, der sich bereit erklärte, das Fahrrad über seine Vereinsstrukturen laufen zu lassen. So können die Edinger Initiatoren auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifen: Das Rad wurde offiziell an LaMa gespendet, mit festem Platz in Edingen.

Und der ist optimal: Gleich neben dem Rathauseingang, regensicher unter dem Glasdach, mit direkt sich anschließendem Fahrradständer für die Verwaltung, Gemeinderat und Besucher, steht das Leih-Lastenbike zentral und exponiert.

"Ich freue mich sehr, dass das geklappt hat", sagte Bürgermeister König bei der Einweihung und lobte das bürgerschaftliche Engagement des "Last-EN.bike"-Teams, in guter Zusammenarbeit mit der Kommune.

Das Leih-Rad könne ein Beitrag zur Mobilitätswende werden – was sich mit Blick auf die fast täglichen Buchungen zu bewahrheiten scheint. Insgesamt zeige das Projekt, so König, "was für eine tolle Gemeinde Edingen-Neckarhausen ist". Wie aber kam das Lastenrad zum Namen "Edith"? Bei "LaMa" ist jedes Bike nach einer Radsportgröße benannt. So wählte Vierling die Schweizerin Edith Schönenberger, hatte damit die Groß-Initialen von Edingen-Neckarhausen im Namen und gedenkt zugleich ihrer im April verstorbenen Großmutter Edith Kraus. Sie war kurz vor ihrem Tod mit 95 Jahren die älteste Spenderin.

Auch das künftige Rad in Neckarhausen, angedacht wiederum mit möglichst zentralem Standort, soll einen individuellen Eigennamen mit Bezug zum Pedalsport und möglichst auch zum Ort erhalten. Weil es noch generalüberholt werden muss und einen neuen Akku braucht, sind weitere Spenden herzlich willkommen.

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