Eberbach

Was beim Abkühlen in der Sommerhitze erlaubt ist

Aus hygienischen Gründen sollte man nicht in öffentlichen Brunnen baden. Die Stadt Eberbach sagt: "Dafür gibt es das Freibad."

06.08.2022 UPDATE: 06.08.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 53 Sekunden
Sandi sucht Abkühlung im Brunnen am Lindenplatz. Nicht jeder Passant ist amüsiert, wenn Hunde oder Kinder sich mal schnell im kühlen Nass der Innenstadt erfrischen oder gar toben. Foto: Carmen Oesterreich

Von Carmen Oesterreich

Eberbach. Seit Wochen verzeichnen die Meteorologen Hitzeperioden mit hochsommerlichen bis tropischen Temperaturen über 30 Grad. Da hängt sich mancher ein kühlendes feuchtes Tuch in den Nacken, steckt die Füße in mit Eiswasser gefüllte Eimer, lässt über seine Pulsadern kaltes Wasser fließen und bewegt sich so wenig wie möglich.

Muss man raus aus den noch erträglichen "vier Wänden" zu Hause oder bei der Arbeit, lechzt man schnell nach Wasser. Zum Trinken und Kühlen. Da ist der Brunnen so nah.

Das dachte sich auch Mischlingshund Sandi. Der ist mit seinem Frauchen aus Karlsruhe zu Besuch und konnte am Lindenplatz dem kühlen Nass nicht widerstehen. Schwups, war er drin. Süß.

Erst regt sich Mitleid und Verständnis mit dem sichtbar unter der Hitze leidenden Tier, dann aber, beim Blick in die Runde weiterer, teils angeekelt schauender Touristen, keimt die Frage: "Darf er das?"

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Zur "Benutzung öffentlicher Brunnen" steht in Paragraf 9 der Umweltschutzverordnung der Stadt Eberbach, dass öffentliche Brunnen "nur entsprechend ihrer Zweckbestimmung" benutzt werden dürfen. "Es ist verboten, sie zu beschmutzen sowie das Wasser zu verunreinigen." Für Sandi ist der Zweck klar: Abkühlung! Einen Tag später wurde von Passanten beobachtet, wie eine Mutter ihrem Kleinkind die Windel auszog und es im Brunnen spielen ließ. Auch dies ist angesichts der Hitze nachvollziehbar. Aber: Darf die Mutter das?

Zur Inbetriebnahme des von Hermann Koziol gestalteten Brunnens am Lindenplatz am 4. Oktober 1989 war der Name "Badbrunnen" im Gespräch. Diese Idee wurde verworfen, weil der Laufbrunnen in der Unteren Badstraße 23 schon so heißt. Also nichts mit "nomen est omen". In Dokumenten des Stadtarchivs wird er "Brunnen Eberbacher Waschfrauen" genannt, im Tourismus-Flyer zur Kunst in der Stadt als "Brunnen Eberbacher Waschfrauen an der Bleiche" bezeichnet. Diese sind auch zu sehen: als Bronzeelemente in Verbindung zu Sandstein, Quelle und Bad.

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