Fehlendes Intesse

MINT-Bereich verspricht Top-Karrieren

Dass auch in MINT-Berufen viele Fachkräfte fehlen, ist bekannt. Warum fällt es immer noch so schwer, Begeisterung für diese Jobs zu entfachen? Vieles passiert schon in der Schule.

23.06.2022 UPDATE: 23.06.2022 11:39 Uhr 2 Minuten, 39 Sekunden
Springt der Funke über? Bei der Orientierung für MINT-Berufe gibt es oft noch Nachholbedarf. Foto: Zerocreatives/Westend61/dpa-tmn

Von Amelie Breitenhuber

Gute Karrierechancen, eine attraktive Bezahlung und gleichzeitig einen Beitrag zu wichtigen gesellschaftlichen Themen leisten: An Verkaufsargumenten fehlt es den Jobs im MINT-Bereich eigentlich nicht. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften.

Dennoch fällt es vielfach schwer, bei jungen Menschen das Interesse für eine Karriere in diesem Bereich zu wecken. Gerade bei Frauen, gerade in den Ausbildungsberufen. Warum ist das noch immer so? Und was könnte helfen?

Viele Weichen werden schon in der Schule gestellt. Daniela Heinrich-Stiller unterrichtet am Gymnasium Lahntalschule Biedenkopf Biologie und Chemie und wurde 2020 mit dem Deutschen Lehrkräftepreis in der Kategorie "Unterricht innovativ" ausgezeichnet.

Ihrer Einschätzung zufolge richtet sich Abneigung gegen MINT oft gegen "zahlenlastige Fächer". Bei "greifbareren Fächern" wie Chemie oder Biologie stelle sich die Situation differenzierter dar.

Es gebe aber auch da Schülerinnen und Schüler, die eine höhere Begabung und mehr Interesse mitbringen und dadurch bessere Noten im Unterricht erzielen. Das schrecke dann oft die anderen ab. "Es entsteht das Gefühl, dass man schlecht und trotz Motivation für MINT nicht dafür geeignet oder gemacht ist."

In Schulen besser über Berufswege aufklären

Die Lehrerin findet es wichtig, dass auch dann genügend über Berufswege in die MINT-Branchen aufgeklärt wird. Das sei an Schulen noch ausbaufähig.

Schülerinnen und Schüler könnten sich zum Beispiel rein schulisch über diverse Ausbildungen wie etwa Technische Assistenz-Berufe ans Labor heranwagen, so Heinrich-Stiller. Daneben kommen Karrierewege infrage, die man vielleicht im ersten Moment gar nicht direkt mit MINT verbindet - wie die Wissenschaftskommunikation etwa.

"Probieren, testen, anschauen: Junge Menschen müssen ermutigt werden, die Berufe in der Life-Science-Branche frühzeitig auszuprobieren", findet auch Klaus Ambos, Geschäftsführer des Hamburger Laborprodukteherstellers Starlab. Das mittelständische Unternehmen ist selbst darum bemüht, Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Er verweist auf Möglichkeiten wie Praktika, ...