Überwiegend solide

Der Opel Adam (2013 bis 2019)

Ein Intermezzo in der Geschichte von Opel ist das Modell Adam. Klein, wendig, hip. Aber unter dem Strich in puncto Absatz unter den Erwartungen. Gilt das auch für seine HU-Performance?

10.06.2024 UPDATE: 10.06.2024 11:13 Uhr 1 Minute, 34 Sekunden

Schickes Wägelchen: Der Adam war an den Start gegangen, auch um im Lifestyle-Revier von Fiat 500 & Co. zu wildern. Foto: Opel/dpa-tmn​

Von Stefan Weißenborn

Ausgerechnet ein Kleinstwagen, der auch noch nach nur sechs Jahren wieder eingestellt wurde, bekam zum Marktstart 2013 den Vornamen des Opel-Gründers: Adam. Ist er ihm unwürdig? 

Das wäre wohl eine zu strenge Bewertung. Der "Auto Bild TÜV-Report 2024" jedenfalls hält fest: "Er bleibt ein überwiegend solider Typ, der besonders weibliche Halter glücklich macht." Einige Opel-typische Marotten hat er allerdings.

Modellhistorie: Bis 2019 wurde der Adam - auf der Plattform des größeren Corsa aufbauend - produziert. Dann wurde er wegen relativ schwacher Absatzzahlen eingestellt - ein Facelift bekam er in den sechs Jahren nicht. Man kann das Wägelchen, das mit seinem Lifestyle-Anspruch Modellen wie Fiat 500 oder Mini Marktanteile abnehmen sollte, als automobiles Experiment sehen: Er ist eines der wenigen Automodelle, die weder einen direkten Vorgänger noch einen Nachfolger haben.

Karosserie und Varianten: Der Adam hat drei Türen und ein steiles Heck - typisch Kleinstwagen ist auch, dass es keine Diesel gibt. Dafür aber wurde er als Autogasversion (LPG) sowie als Adam S mit 110 kW/150 PS angeboten. Varianten in der Erscheinung sind der Adam Rocks mit angedeuteter SUV-Optik und der Adam Open Air mit elektrischem Faltschiebedach.

Abmessungen (laut ADAC): 3,70 m bis 3,75 m x 1,72 m x 1,48 m bis 1,49 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 170 l bis 663 l.

Stärken: Achsaufhängung, Antriebswellen und Lenkanlage beständig, die Scheinwerfer unverstellt, die Blinker so solide in der Funktion wie die Fußbremse - der Adam zeichnet bei der Hauptuntersuchung (HU) ein überwiegend positives Bild. "Vorbildlich" sind laut Report die Bremsschläuche und -leitungen, selten ist Verschleiß an den Scheiben. Die Abgasanlage arbeitet zuverlässig, die Abgasuntersuchungen (AU) sind selten problematisch.

Schwächen: Was bleibt, sind herstellertypische Dauerthemen: Ölverlust tritt überdurchschnittlich oft ab der zweiten HU auf. Später, ab dem dritten Prüftermin, trifft es dann doch das Fahrwerk: Defekte an Federn und Lenkgelenken treiben die Beanstandungen in die Höhe. Die Feststellbremse kommt ab HU Nummer vier in die Jahre.

Pannenverhalten: Der ADAC sortiert den Adam mit Erstzulassung in den Jahren 2013 bis 2016 als "ok" ein, jüngere auf "guten" Plätzen. Pannenschwerpunkte, die die meisten Hilfseinsätze erfordern, sind demnach: die Kraftstoffpumpe bei Exemplaren von 2014 bis 2016 sowie Zündspulen (2013 und 2016).

Motoren: Benziner (Drei- und Vierzylinder, Frontantrieb): 51 kW/69 PS bis 110 kW/150 PS; Autogas (Vierzylinder, Frontantrieb): 64 kW/87 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

Adam 1.2 Basis (6/2014); 51 kW/69 PS (Vierzylinder; Euro 6); 108.000 Kilometer; 5.047 Euro.

Adam 1.4 Turbo Rocks S Turbo ecoFlex (6/2018); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 70.000 Kilometer; 11.749 Euro.

Adam 1.4 LPG Open Air ecoFlex (6/2018); 64 kW/87 PS (Vierzylinder; Euro 6d TEMP); 70.000 Kilometer; 9.396 Euro.