Hintergrund Carlo Mierendorff

07.06.2017 UPDATE: 07.06.2017 06:00 Uhr 39 Sekunden

Carlo Mierendorff wurde am 24. März 1987 im sächsischen Großenhain geboren. 1907 zog die Familie nach Darmstadt. Unmittelbar nach Abschluss des Abiturs meldete er sich 1914 freiwillig, um im Ersten Weltkrieg zu kämpfen. 1918 kehrte er desillusioniert von der Front zurück und nahm ein Wirtschaftsstudium in Heidelberg auf.

Er engagierte sich gemeinsam mit seinem Freund Carl Zuckmayer in linken Studentengruppen, 1920 trat er in die SPD ein. Als sich im Juni 1922 der Leiter des Physikalischen Institutes der Universität, der Antisemit Philipp Lenard, weigerte, das Institut im Gedenken an den ermordeten Walther Rathenau zu beflaggen, organisierte Mierendorff eine militante Aktion: Gemeinsam mit Arbeitern stürmte er das Institut.

Von 1926 bis 1928 war Mierendorff Sekretär der SPD-Reichstagsfraktion und Pressereferent des hessischen Innenministeriums. Bei der Reichstagswahl 1930 wurde er jüngster SPD-Abgeordneter. Schwerpunkt seiner Politik war der Kampf gegen die NSDAP. Nach deren Machtergreifung wurde Mierendorff 1933 verhaftet. Die folgenden Jahre verbrachte er in Konzentrationslagern. 1938 wurde er entlassen und nahm Kontakt zur Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis auf. Für eine Nachkriegsregierung war er als Minister vorgesehen. 1943 starb er jedoch bei einem britischen Luftangriff auf Leipzig. dns