Hintergrund Firmenbestattung

27.11.2023 UPDATE: 26.11.2023 06:00 Uhr 39 Sekunden

Firmenbestattung

Als Firmenbestattung wird gemeinhin die Liquidation einer Gesellschaft bezeichnet, die sich in finanzieller Schieflage befindet. Angeboten wird sie häufig von sogenannten Firmenbestattern, die eine vermeintlich schnelle und unkomplizierte Lösung anbieten. Bei der Firmenbestattung wird die Gesellschaft in der Regel an den Abwickelnden verkauft und ein neuer Geschäftsführer bestimmt. Somit soll der Geschäftsführer der alten GmbH von seiner Insolvenzantragspflicht befreit werden, die nun auf den neuen Geschäftsführer übergeht. Häufig dient dieses Mittel als "illegale" Umgehung eines Insolvenzverfahrens. Der neue Geschäftsinhaber, oft ein "Strohmann", verlegt den Sitz des Unternehmens an einen anderen Ort, häufig wird auch eine nicht existente Anschrift verwendet. Anschließend wird verkauft, was noch zu Geld zu machen ist, sämtliche Geschäftsunterlagen werden beseitigt. Als Folge ergeben sich erhebliche Probleme für die Gläubiger, überhaupt ein Insolvenzverfahren in Gang zu bringen. In Fällen von Firmenbestattungen, die als sittenwidrig beurteilt werden, kann in der Regel der ehemalige Geschäftsführer über die eigentliche Zeit seiner Geschäftsführertätigkeit hinaus strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. (bju)