Zu teuer für eine Liegewiese?
Der Bezirksbeirat Ziegelhausen diskutiert über Grünfläche am Neckarufer.

Heidelberg. (ths) Ziegelhausen drängt "an den Fluss". Dies geht aus einem Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion hervor, eine Liegewiese an der "Adler"-Überfahrt herzurichten, und zwar westlich der dort in den Neckar einmündenden Steinbach. Hierzu eigne sich auf rund 150 Quadratmeter Fläche der derzeit verwilderte Grünbereich. Nun wurde der Antrag dem Bezirksbeirat Ziegelhausen zur Information vorgelegt. Martin Geißler vom Landschafts- und Forstamt nannte dabei weitere Details, wie das gesamte Areal aufgewertet werden könnte. Denn östlich von der Stelle befinden sich bereits verschiedene Sitzgruppen, die bereits mit Sonnensegeln ausgestattet sind, um die Besucher im Sommer vor der Hitze zu schützen.
Es gibt aber auch einen Wermutstropfen: Da jenes Areal immer wieder von Hochwasser betroffen sei, so Geißler, gebe es auch einen erhöhten Pflegeaufwand. "Dann reicht eine Hochdruckspül-einrichtung wohl nicht mehr aus, um die Schlammsedimente entfernen zu können", sagte er. Ferner ergaben erste Untersuchungen, dass man es dort nicht etwa mit einem losen Untergrund zu tun habe, sondern eine alte Pflasterung entfernt werden müsse. Die Entsorgung des Materials würde höhere Kosten verursachen.
Für die Herstellung einer ebenen Fläche rechnete Geißler mit rund 36.000 Euro. Für die Pflege müssten jährlich weitere 4000 Euro veranschlagt werden. "Es ist jetzt abzuwägen, ob sich der Einsatz des Geldes bei all den aufgezeigten Widrigkeiten auch rentiert", meinte er und verwies auf die doch kleine Fläche und die derzeit klamme städtische Haushaltslage.
Mit dieser Äußerung stieß er gerade bei den CDU-Räten auf Granit. Sowohl Peter Schlör als auch Volker Hug sowie der als Zuhörer eingebundene stellvertretende CDU-Vorsitzende Joe Schwarz plädierten für die Maßnahme, zumal das zu sanierende Wasserbecken in der Bahnstadt eine wesentlich höhere Summe verschlinge, Ziegelhausen schon immer zu kurz komme und eine Aufwertung des gesamten Gebiets die Hemmschwelle für möglichen Vandalismus dort erhöhe.
Klaus Fanz (Grüne) sah dagegen bei dem "guten Vorschlag" viele offenen Fragen, während sich Helga-Christine Bauer-Giesen (SPD) für einen Holzsteg statt einer Wiese einsetzte. "Wir prüfen die Nachhaltigkeit der Maßnahme weiter", versicherte Geißler am Ende. Am 20. Januar befasst sich nun der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität mit dem Projekt.