Hoffenheim gegen Freiburg

"Gegner"-Unterhemd sorgt für Familienblock-Verbot

Ein Zwölfjähriger durfte nicht in den Familienblock, weil er ein Freiburg-Trikot als Unterhemd trug. Denn: Der Block gehört zum "Heim-Fanbereich".

10.05.2022 UPDATE: 11.05.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 41 Sekunden
Auf den Rängen der Arena geht es durchaus familiär zu. Symbolfoto: Hans-Joachim Of

Von Christiane Barth

Sinsheim. Ein übereifriger Angestellter des Sicherheitsdiensts im Stadion soll einem zwölfjährigen Kind und dessen Familie den Zutritt zum Heimspiel gegen Freiburg verweigert haben, weil der Filius ein Trikot des Spielgegners als Unterhemd trug. So schildern es die TSG-Fans empört; dies auch, weil der Ordner zuvor offenbar unsanft die Jacke des Kinds kontrolliert hat.

Die Familie aus vier Erwachsenen und zwei Kindern waren aus der Ortenau zum Bundesligaspiel ins 140 Kilometer entfernte Sinsheim gereist. "Es wurde zu einem Erlebnis der sehr unangenehmen Art", berichtet Walter Blatt aus Kappel-Grafenhausen. Mit den Tickets für den Familienblock sei die Familie gleich am Einlass gescheitert, weil eins der Kinder unter mehreren Kleidungsschichten ein Freiburg-Trikot trug. Dies sei ohne böse Absicht passiert – sondern weil es an jenem 30. April sehr kalt war.

Bei der Kartenkontrolle habe der Stadion-Ordner dann die blaue Jacke des zwölfjährigen Jungen gehoben und darunter das rote Freiburg-Trikot entdeckt. Regnerisch sei es gewesen, die Kinder hätten beide blaue Jacken und als unterstes Teil das rote Freiburg-Trikot getragen. Der Ordner am Einlass habe nun dem Kind den Eintritt zum Familienblock verwehrt. Die Mutter des Jungen, Michaela Schöffel, berichtet, sie habe dem Ordner vorgeschlagen, dem Kind das Trikot einfach auszuziehen. Doch den Wiedereinlass habe man ihr nicht gewährt.

Nach dem Spiel habe sie sich über die Website der TSG Hoffenheim beschwert und daraufhin eine Rückmeldung von Alexander Eicker vom Sicherheitsmanagement erhalten. Dieser habe ihr mitgeteilt, der Eintritt in den Gästefanblock sei – auch als Wiedereinlass nach Ablegen der Fankleidung einer gegnerischen Mannschaft – laut Stadionordnung nicht erlaubt. Die Mutter vermisst hier die "Verhältnismäßigkeit"; es fehle an Augenmaß und Fingerspitzengefühl: "Es geht doch um ein Kind", sagt sie.

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Zum Verbot äußert sich TSG-Pressesprecher Holger Kliem: Im "Heim-Fanbereich", zu dem auch der Familienblock gehöre, sei das Tragen von Fan-Textilien des gegnerischen Teams nicht erlaubt. Dies diene der Sicherheit und Konflikt-Vermeidung. Kliem verweist auf die Stadionordnung, die auf der Website der "PreZero"-Arena sowie auf den Tickets deutlich mitgeteilt werde, bedauert den Vorfall allerdings: "Sollte es bei einem unserer Heimspiele ein enttäuschtes Kind gegeben haben, dann tut uns das wirklich sehr leid."

Ein bitterer Beigeschmack bleibt für die Mutter des Kinds jedoch ...

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