Schriesheim

Weil die Betrachter genau hinsehen sollen

Das Museum Théo Kerg eröffnete die Ausstellung "simple present". Mit Doris Erbacher und Jens Trimpin sind bekannte Künstler zu Gast.

10.05.2022 UPDATE: 11.05.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 40 Sekunden
„Debüt als Bürgermeister im Museum“: Christoph Oeldorf (links im Museumseingang) hielt vor etwa 60 Menschen die Laudatio zu der Ausstellung „simple present“, deren Gäste „einfach dabei“ sein sollen. Foto: Dorn

Von Max Rieser

Schriesheim. Feierlich und mit gut 60 Gästen wurde am vergangenen Sonntag die Ausstellung "simple present" im Museum Théo Kerg eröffnet. Bespielt wird die Ausstellung von der bildenden Künstlerin Doris Erbacher und dem Bildhauer Jens Trimpin, die beide ihr Atelier in Mannheim haben. Eröffnet wurde die Ausstellung von Museumsleiter Tom Feritsch, der in seiner Begrüßung sagte, dass er mit so großem Interesse nicht gerechnet habe, dieses aber zeige, wie präsent die beiden Künstler in der Region sind.

Die Objekte und Bilder von Erbacher ähneln sich in ihrer Wirkung zum Teil sehr, auch wenn sie sich in ihrer Beschaffenheit grundsätzlich unterscheiden. Übereinandergelegte Rahmen aus Pappe verschiedener Größe zum Beispiel ergeben eine Dreidimensionalität, die bei anderen Bildern durch gezeichnete Vierecke verschiedener Farbe auf einer Holzplatte entstehen. Dadurch könne auch "der Hintergrund in den Vordergrund treten" und die Maserung des Holzes unter der blauen Grundierung erst durchs Näherkommen erahnt werden, wie die Künstlerin sagt. Genau diese "ästhetische Wahrnehmung im Raum" sei für sie das Ziel der Ausstellung.

Diesen Aspekt griff Kunsthistorikerin Christina Hoge in ihrer Einführung auf. Die Bilder würden eine "Frage nach dem Raum" aufwerfen und sich je nach Blickwinkel verändern. Das Spiel mit den Dimensionen stehe bei den Werken, "die sich nicht aufdrängen", im Vordergrund. In manchen Bildern seien tatsächlich Schnitte zu sehen, bei anderen wirke dies nur so. Zudem spiele Erbacher mit Materialien und zeichne zum Beispiel statt mit dem Pinsel auf Leinwand mit Wasser in aufgestreute Farbpigmente. Eine Verbindung zu den Räumen des Museums machten auch die Bilder aus, die in Acryl auf Terrakotta entstanden sind. Sie sind beim alten Brennofen platziert.

Eine Anleitung für das Betrachten ihrer Bilder und Objekte gibt Erbacher nicht, denn es sei gerade die Frage, die das Kunstwerk beim Betrachter auslöse, die es ihr ermögliche, sich selbst als Künstlerin aus dem Werk herauszuziehen. Dadurch könnten die Objekte "ohne Bildung oder Ahnung" betrachtet werden. Vielmehr brauche es "Selbstvertrauen und Freude", um mit den Ausstellungsstücken zu kommunizieren.

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