Schriesheim

Bei diesen Fundstücken wird man nostalgisch

Angela Müller hat eine der wenigen Luftbildpostkarten von Schriesheim und einen alten Stadtplan voller Anzeigen längst verschwundener Firmen.

06.08.2022 UPDATE: 06.08.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 53 Sekunden
Auf der alten Luftaufnahme der Kernstadt, wohl aus den achtziger Jahren, fehlen noch die Neubaugebiete Fensenbäume (rechter, unterer Bildrand) sowie Nord – und natürlich auch die Einfahrt in den Branichtunnel (jeweils am mittleren linken Bildrand). Foto: Dorn

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Die Erste, die sich auf die "Fundstücke"-Aktion der RNZ meldete, war Angela Müller aus der Mozartstraße. Sie hat gleich eine kleine Sammlung, für den Abdruck eignet sich am besten eine der wenigen Flugaufnahmen aus der Vor-Drohnen-Zeit von Schriesheim.

Die großformatige Karte ist schwer zu datieren, das Foto könnte in den achtziger Jahren aufgenommen sein, der Verlag "Schwabenflugbild" aus dem mittelfränkischen Dombühl gibt noch eine alte vierstellige Postleitzahl – die fünfstelligen wurden zum 1. Juli 1993 eingeführt – und eine Faxnummer an.

Was am meisten auffällt: Die beiden letzten großen Neubaugebiete, die Fensenbäume (ab 1990) und Nord (ab 2001) gibt es noch nicht und auch noch nicht den ab 2012 gebauten Branichtunnel; auch der Kuhberg ist noch nicht, wie seit 2009, rebflurbereinigt; und wer ganz genau hinschaut, erkennt das Gebäude der Krawattenfabrik Feller, die 1997 abgerissen wurde.

Neben den Schoppengläsern zum 1200-Jahr-Jubiläum von 1964 und dem Buch „Schriesmerisch fer Schriesemer“ ist der eigentlich unscheinbare alte Stadtplan ein kleiner Schatz. In ihm finden sich Anzeigen von Firmen, die es lange nicht mehr gibt. Foto: Dorn

Von einem zeithistorischen Wert ist auch der alte Stadtplan, von dem Angela Müller annimmt, dass sie ihn bei ihrem Einzug in die Mozartstraße vor 41 Jahren vom Rathaus erhalten hat. Das kommt hin, denn in einer Annonce von Pommer-Immobilien aus Ladenburg wird Bezug auf das zehnjährige Jubiläum der 1971 gegründeten (und heute noch bestehenden) Firma genommen.

Auch interessant
Fundstücke zu Schriesheim: Was ein alter Baedeker-Reiseführer verrät

Auf dem Stadtplan fehlen auch die Neubaugebiete, noch interessanter sind die insgesamt 18 Anzeigen von meist Schriesheimer Betrieben, die es zum Großteil nicht mehr gibt: "Goos Moden" in der Bahnhofstraße, der Blumenladen "Baccara" oder die Bäckerei Rufer, beide in der Heidelberger Straße, "Nassauer Bürotechnik" in der Kirchstraße, die Autowerkstatt Forschner in der Römerstraße ("Tag und Nacht Abschleppdienst"), das Transportunternehmen von Gerda Baumgarten in der Carl-Benz-Straße, und auch die heutige Volksbank Kurpfalz empfiehlt sich unter ihrem alten Namen "Raiffeisenbank Schriesheim eG". Ihr Sohn Simon findet diesen Stadtplan einfach zu alt und zu unpraktisch, "aber ich habe ihn oft benutzt".

Auch etliche bemerkenswerte Gläser haben die Zeiten überstanden: Eines mit den Wappen Schriesheims, Altenbachs und Ursenbachs bekam ihr früh verstorbener Mann Franz 1997, zu dessen 50. Geburtstag, von Bürgermeister Peter Riehl überreicht, schließlich war er auch eingeladen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von:
(bearbeitet)
(zur Freigabe)
Möchten sie diesen Kommentar wirklich löschen?
Möchten Sie diesen Kommentar wirklich melden?
Sie haben diesen Kommentar bereits gemeldet. Er wird von uns geprüft und gegebenenfalls gelöscht.
Kommentare
Das Kommentarfeld darf nicht leer sein!
Beim Speichern des Kommentares ist ein Fehler aufgetreten, bitte versuchen sie es später erneut.
Beim Speichern ihres Nickname ist ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie bitte sich aus- und wieder einzuloggen.
Um zu kommentieren benötigen Sie einen Nicknamen
Bitte beachten Sie unsere Netiquette
Zum Kommentieren dieses Artikels müssen Sie als RNZ+-Abonnent angemeldet sein.