Rund um Heidelberg

Stadtbäume leiden zunehmend

Die Stadtplanung reagiert auf den Klimawandel. Doch obwohl die Kommunen immer mehr gießen, überlebt nicht jeder Baum die Dürre.

03.08.2022 UPDATE: 03.08.2022 06:00 Uhr 3 Minuten, 50 Sekunden
In Nußloch sorgt der Bauhof für ausreichend Wasser bei den Bäumen im Ortsgebiet: Hier bewässert Christian Augustin das Drainagerohr eines Baumes direkt vor dem Rathaus. Foto: Alex

Region Heidelberg. (bmi/cm/fhs/lew/lesa) Nicht nur Menschen stöhnen unter der heftigen Sommerhitze – auch Bäumen macht die lang anhaltende Trockenheit zu schaffen. Wie versuchen die Kommunen der Region, den Baumbestand innerorts mit ausreichend Wasser zur versorgen? Die RNZ hat sich bei verschiedenen Bauhöfen im Umland erkundigt:

> In Dossenheim muss die Gemeinde in diesem Jahr rund 50 Bäume aktiv gießen, wie von Sprecherin Mareike de Raaf zu erfahren ist. Hier geht es vornehmlich um Jungbäume im Alter von fünf bis acht Jahren. "Zum Vergleich: Früher wurden Bäume nur drei Jahre lang nach ihrer Anpflanzung bewässert", zeigt de Raaf eine Konsequenz des Klimawandels und der immer heißeren, trockenen Sommer auf.

Per Auto und Wasserfass ist der Bauhof unterwegs und wendet täglich insgesamt 9000 bis 12.000 Liter täglich fürs Gießen der Bäume sowie von Sträuchern und Hecken auf. Immerhin acht Baumpatenschaften haben Bürger übernommen, die Verwaltung will aber nochmals auf die Problematik aufmerksam machen. Vermehrt treten Hitzeschäden und vertrocknete Bäume auf. Betroffen sind Laubbaumarten wie Buchen, Ulmen, Erlen, besonders Birken sowie auch Obstbäume. Deshalb hat jüngst auch die Jugendfeuerwehr den Bauhof unterstützt, aus der Not eine Tugend – oder in dem Fall eine Übung – gemacht und Jungbäume einer Streuobstwiese entlang des Humpelsgrabens an der Kreisstraße K 4142 gewässert. Insgesamt 5200 Liter Nutzwasser aus drei voll betankten Fahrzeugen vergoss der Nachwuchs, so Kommandant Stefan Wieder. Für einige Bäume kam die Aktion zu spät – im Winter gesetzte Kirschen sind bereits vertrocknet, stellt Elin Mallinger aus dem Bauamt fest. Die jungen Apfel- und Birnbäume seien widerstandsfähiger und auch dank der Gießhilfe auf einem guten Weg.

> In Eppelheim hat die Kommune zwar rund 1500 Bäume zu betreuen, aber nur etwa 80 davon müssen regelmäßig gegossen werden. Letzteres betrifft die Neupflanzungen aus den vergangenen fünf bis sieben Jahren mit kleinem Wurzelsystem. "Die übrigen Bäume sollten angewachsen sein und sich selbst versorgen können", meint der städtische Umweltbeauftragte Benedikt Seelbach.

Eppelheim verwendet überwiegend Gießsäcke. Ein Tankwagen füllt sie regelmäßig auf. Genaue Daten über den Wasserbedarf der Bäume gibt es laut Seelbach nicht, da hier auch das Gießen anderer Grünflächen mitberechnet ...

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(bearbeitet)
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