St. Leon-Rot

Wähler mussten lange vor dem Wahllokal ausharren

An der Parkringschule in Rot bildeten sich lange Schlangen. Erst um 18.45 Uhr war Schluss.

10.06.2024 UPDATE: 10.06.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 47 Sekunden
Momentaufnahme von 17.08 Uhr: Die Schlange der Wartenden vor dem Wahllokal an der Aula der Parkringschule in Rot zieht sich Dutzende Meter über den Schulhof. Die Wahlwilligen harrten geduldig aus. Foto: Hecker

Von Konrad Bülow

Rot. Wer am Sonntag seine Stimmen für die Europa- und die Kommunalwahl in einem der Wahlräume in der Roter Parkringschule abgeben wollte, brauchte viel Geduld und um die Mittagszeit auch einen guten Sonnenschutz. Besonders am Wahlbezirk 02 in der Aula bildeten sich lange Warteschlangen bis weit auf den Hof. Die Schlange vor der Mensa war etwas kürzer, erforderte aber auch einen langen Atem.

Das Wahllokal in der Aula schloss erst gegen 18.45 Uhr, eine Dreiviertelstunde nach dem üblichen Ende der Wahlzeit. Um 18 Uhr hatten Wahlhelfer Stühle an die Enden der beiden Reihen gestellt, wer zu jener Zeit schon anstand, durfte sein Kreuz noch machen. In der Kommunalwahlordnung heißt es, dass nach Ende des Wahlzeitraums nur noch Wähler zur Stimmabgabe zugelassen werden dürfen, die schon vor Ort sind und sich im Wahlraum oder davor aufhalten.

Wie die stellvertretende Hauptamtsleiterin Elke Ott erläuterte, gab es in diesem Jahr weniger Wahlbezirke als bisher in St. Leon-Rot, zwei statt vier in jedem der beiden Ortsteile. In jedem gebe es aber fünf statt der bisherigen drei Wahlkabinen. "Es gibt auch mehr Briefwähler als zuvor", gab sie zu bedenken. Eine Fehlplanung der Verwaltung sah sie nicht als Grund für die Warteschlangen an. Diese könnten auch daher rühren, dass manche Wählenden die zuvor zugesandten und umfangreichen Zettel für die Gemeinderatswahl erst vor Ort und nicht zu Hause ausfüllten, was mehr Zeit in der Wahlkabine koste, vermutete Ott.

Auf dem Hof der Parkringschule sah das mancher anders. "Ich wähle jetzt schon seit 20 Jahren hier in Rot. So lange hat es noch nie gedauert", sagte ein Wähler, der die Abstimmung endlich hinter sich gebracht hatte. Nach eigener Schätzung habe er dafür 30 bis 45 Minuten gebraucht. Für ältere Wählerinnen und Wähler könne es durchaus zum Problem werden, so lange anzustehen, fürchtete er.

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Mancher entschied sich, seine Wahlhandlung zu verschieben: "Ich komme in ein oder zwei Stunden wieder", sagte ein Wähler. Er fragte sich aber auch, ob das alle so machten oder der eine oder andere den Urnengang unter diesen Umständen ausfallen lasse. Er selbst warf seine Stimmzettel am Ende doch noch in die Urne – nachdem er im dritten Anlauf noch einmal 50 Minuten Wartezeit auf sich genommen hatte. Andere gaben an, sich vier Mal angestellt zu haben.

Gegen 18.30 Uhr mussten die Wahlhelfer diskutieren, als ein neu hinzugekommener Wähler noch seine Stimme abgeben wollte – er habe sich schon vor 18 Uhr am anderen Ende des Schulhofs aufgehalten und wolle nun, da sich die Schlange bis kurz vor den Eingang verkürzt hatte, von seinem Wahlrecht Gebrauch machen, sagte er. Nach einigem hin und her und der Drohung, die Wahl anzufechten, bot ihm ein Helfer an, die Rechtslage abzuklären. Dann war es allerdings vorbei mit der Geduld: Während der Wahlhelfer noch mit der Verwaltung telefonierte, drehte der verhinderte Wähler ab und trottete von dannen.

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