Hirschberg

Das wird beim 8. Liedfest geboten

Das Lied feiern: Der Kulturförderverein stellte das Programm fürs 8. Hirschberger Liedfest vom 7. bis 9. Juni vor. Es treten wieder hochkarätige Sänger auf.

16.05.2024 UPDATE: 16.05.2024 04:00 Uhr 2 Minuten, 9 Sekunden
Bariton Thomas Essl, Tenor Christian Elsner und Bariton Thomas Berau sowie Pianist Alexander Fleischer (v.li.) – der Künstlerische Leiter übernimmt an allen drei Tagen den Klavierpart – sind beim diesjährigen Hirschberger Liedfest in der Alten Synagoge zu hören. Fotos: Johannes Teichert/Ellen Schmauss/M. Schmitt/Martin Walz

Von Christoph Wagner

Hirschberg. Es ist langjährige Tradition, dass der Kulturförderverein als Höhepunkt seiner Aktivitäten eines Jahres das Hirscherger Liedfest veranstaltet. Vom 7. bis 9. Juni werden zum achten Mal in der Alten Synagoge drei außergewöhnlichen Konzerte zu erleben sein.

> Das Eröffnungskonzert am Freitag, 7. Juni, 19.30 Uhr, bestreitet der junge österreichischen Bariton Thomas Essl, der unter anderem bei Thomas Hampson, Christa Ludwig und Thomas Quasthoff studierte und schon zahlreiche Opern- und Konzertengagements erhielt. Er nimmt das Publikum mit in die Welt des wohl größten Lied-Komponisten aller Zeiten, Franz Schubert. In einer großen "Schubertiade" werden zahlreiche bekannte, aber auch selten zu hörende Lieder des Meisters erklingen, umrahmt und kontrastiert durch die zwei noch im spätromantischen Stil gehaltenen mächtigen Gesänge op. 1 von Arnold Schönberg, dessen 150. Geburtsjahr man 2024 feiert.

> Im zweiten Konzert am Samstag, 8. Juni, 19.30 Uhr, erleben die Zuhörer Tenor Christian Elsner, der seit Jahrzehnten auf renommierten Opern- und Konzertbühnen der Welt unterwegs ist und als Professor für Gesang an der Hochschule für Musik in Karlsruhe leidenschaftlich gerne seine Erfahrungen weitergibt. Dessen schon fürs vergangene Jahr geplante Konzert wird an dieser Stelle nachgeholt. Drei der großen Liedzyklen aus Klassik und Romantik sind dann zu hören: Von Ludwig van Beethoven der bahnbrechende Zyklus "An die ferne Geliebte", mit dem die Ära der Liedzyklen überhaupt erst begann, von Robert Schumann der berührend-dunkle Liederkreis nach Gedichten von Joseph von Eichendorff und, gleichsam als Abschied von der Romantik, Gustav Mahlers packend-schmerzvolle "Lieder eines fahrenden Gesellen".

> Für den Abschluss und Höhepunkt am Sonntag, 9. Juni, 17 Uhr, konnte der bekannte Mannheimer Bariton Thomas Berau gewonnen werden. Seine Ausbildung erfuhr er bei Prof. Charlotte Lehmann an der Hochschule für Musik in Würzburg und in der Liedklasse von Irwin Gage an der Hochschule für Musik in Zürich. Er war Preisträger bei zahlreichen Wettbewerben, ist weltweit als Lied- und Konzertsänger unterwegs, blickt aber auch auf zahlreiche Opernengagements zurück – insbesondere für zeitgenössische Opern, wobei er auch an mehreren Uraufführungen beteiligt war.

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Mit ihm wird der künstlerische Leiter des Hirschberger Liedfests und Professor für Liedgestaltung an der Musikhochschule Trossingen, Alexander Fleischer, der wie gewohnt an allen drei Abenden den Klavierpart übernimmt, einen besonders konzipierten Abend gestalten, der die aktuelle Weltlage in den Blick nimmt. "Schwarze Serenade" ist ein Text von Wolf Wondratschek von 1974. Der Autor reflektiert darin die Bedrohung durch die Atombombe, mit der damals im Kalten Krieg die Menschheit leben musste, und die heute durch Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder ins Bewusstsein kommt. Komponist Günter Bialas hat sich mit diesem Text und seiner Frage, wohin das führen kann und soll, auseinandergesetzt und sie in Liedform gegossen. Das soll Ausgangspunkt dieses Abends sein, dem weitere Werke zu den Themen Krieg, Leid, Ausweglosigkeit, aber auch Trost und Hoffnung folgen. Zu hören sind Komponisten wie Alban Berg, Arnold Schönberg, Hans Pfitzner und Gustav Mahler. Es soll ein Abend voller Fragen und möglichen Antworten werden.

Diese "Schwarze Serenade" stehe, so sagte Festivalleiter Alexander Fleischer im Pressegespräch, exemplarisch für die Essenz dessen, was Liedgesang heute im 21. Jahrhundert sein kann: kein rückblickendes Schwelgen in einer guten, alten, aber längst vergangenen Zeit, sondern ein Angebot, kontemplativ zu sich selbst zu kommen, nachzusinnen über das eigene Leben, sich aber auch den Themen der Zeit hoffnungsvoll zu stellen. In diesem Sinne, das Lied zu feiern, sei letztlich Sinn und Zweck der Veranstaltung.

Info: Karten gibt es online unter http://kulturfoerderverein-hirschberg.de/tickets/.

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