Mosbach

Circus Rudolf Renz gastiert in Neckarelz

Der Direktor lebt zwischen Tieren und Technik. Das "Nomadenleben" ist genau sein Ding.

18.05.2022 UPDATE: 19.05.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 42 Sekunden
Sichtlich froh darüber, dass es wieder auf Tour geht, sind Jaqueline Traber und Rudolf „Rocky“ Renz. Keine Angst vor großen Tieren kennt die dreijährige „Zirkusprinzessin“ Jayda Aline. Foto: Peter Lahr

Neckarelz. (lah) Nach zwei Jahren des Stillstands heißt es ab dem heutigen Donnerstagabend in Neckarelz endlich wieder "Manege frei!": Der Circus Renz ist zu Gast auf dem Messplatz. Spürbar erleichtert darüber, dass es wieder weitergeht, zeigte sich am Dienstagabend Zirkusdirektor Rudolf "Rocky" Renz.

Zusammen mit seiner Frau, der Hula-Hoop-Artistin Jaqueline Traber, führt er den Familienbetrieb. Drei Jahre ist die jüngste "Mitarbeiterin" alt: Zirkusprinzessin Jayda Aline lässt es sich nicht nehmen, wenigstens beim Finale zu Mama und Papa in die Manege zu eilen.

"Ich bin da reingeboren", erklärt Rocky Renz, weshalb das "Nomadenleben" einfach sein Ding ist. Aufgewachsen ist der 38-Jährige im Circus Barnum, den seine Eltern leiteten. Mit fünf Jahren hatte er seinen ersten Auftritt als Clown Charly, doch bis heute sind die Pferde sein Element. Sechs Araberhengste will er in Neckarelz präsentieren.

Die Familiengeschichte geht 180 Jahre zurück. 1842 eröffnete Ernst Jakob Renz in Berlin den Circus Olympic – mit festen Häusern in sechs europäischen Großstädten. "Meine Vorfahren haben das Zirkuszelt erfunden", erklärt Rocky Renz. Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Ära der Wanderzirkusse. Rund 350 gebe es derzeit in Deutschland, schätzt der Kenner. Generell sei der Zirkus "ein Fass ohne Boden". Bei 100.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr ist der Fuhrpark im Dauerstresstest.

Darüber hinaus sorgt das Wetter dafür, dass auch das 400 Besucher fassende Zelt immer wieder erneuert werden muss. Versorgt und beschäftigt werden müssen die Tiere zudem das ganze Jahr über. "Die müssen mental ausgelastet sein", beschreibt der Tiertrainer seine Beziehung zu den Araberhengsten. Und fügt hinzu: "Männliche Tiere sind leichter zu dressieren." "Weibliche sind manchmal bockiger", ergänzt Jaqueline Traber lachend.

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Die zierliche, junge Frau muss es wissen. Sie steht selbst des Öfteren ihren Mann und schaffte erst kürzlich den Lastwagen-Führerschein. "Das sind ja keine Maschinen, die auf Knopfdruck angehen. Wir leben 24 Stunden mit unseren Tieren, die gehören zur Familie", kommt Rocky auf das sensible Zirkusthema zurück. Während die Pferde, Lamas und Kamele entspannt mampfen, bauen die Helfer das Zirkuszelt auf. Noch braucht es etwas Fantasie, sich vorzustellen, dass hier ab Donnerstagabend ein Traumpalastzelt für vier Tage stehen wird.

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