Kirchenwahl

Im Kirchenbezirk Mosbach werden die Weichen gestellt

In den evangelischen Gemeinden stehen am Sonntag 126 Männer und Frauen zur Wahl.

30.11.2025 UPDATE: 30.11.2025 04:00 Uhr 2 Minuten, 5 Sekunden
In den evangelischen Gemeinden des Kirchenbezirks Mosbach werden am Sonntag die Kirchenältesten gewählt. 126 Männer und Frauen stellen sich zur Wahl. Symbolfoto: dpa

Region Mosbach. (RNZ/pm) Bei den Kirchenwahlen in den evangelischen Gemeinden des Kirchenbezirks Mosbach stehen am Sonntag 126 Männer und Frauen zur Wahl. Sie werden in den kommenden sechs Jahren mit den Pfarrerinnen und Pfarrern die Entwicklung der 25 Kirchengemeinden auf dem Gebiet zwischen Mudau und Neunkirchen, zwischen Hüffenhardt und Schefflenz begleiten.

Als Leitungsgremium tragen die Ältestenkreise, wie die Gemeindevorstände in der Landeskirche genannt werden, gemeinsam Verantwortung für zentrale Aufgabenbereiche. Wie werden Gottesdienste gefeiert? Welche Angebote werden mit finanziellen Mitteln unterstützt? Wie werden die Gebäude entwickelt, die als Orte der Begegnung von vielen besucht werden?

Für solche und ähnliche Fragen nehmen sich die Kirchenältesten regelmäßig Zeit zur Beratung, oft auch im Austausch mit den benachbarten Kirchengemeinden. Denn seit nun schon zwei Jahren bildet die Kooperation in den fünf Regionen des Kirchenbezirks einen Schwerpunkt der Kirchenentwicklung.

Mit den Kirchenwahlen 2025 ist es erneut gelungen, auch jüngere Menschen für das Amt eines Kirchenältesten zu gewinnen. Auf den Kandidatenlisten finden sich auch Gemeindemitglieder, die erst vor wenigen Jahren ihre Konfirmation gefeiert haben. "Für mich ist das ein deutliches Zeichen, dass sich alle Generationen mit ihren Ideen für ihre Gemeinde einsetzen können," sagt Dekan Folkhard Krall mit Blick auf dieses erfreuliche Engagement junger Menschen.

In eine ähnliche Richtung hat auch die Landeskirche gedacht. Im Vergleich zu anderen demokratischen Wahlgängen sind junge Menschen bereits mit 14 Jahren berechtigt, durch ihre Stimmabgabe ihrer Gemeindeleitung Rückenwind zu verschaffen.

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Beim Blick auf die Liste der Kandidierenden, die sich in den 32 Wahlbezirken zur Wahl stellen, fällt zugleich die hohe Kontinuität auf: viele, die bereits in den letzten Jahren Verantwortung getragen haben, bewerben sich erneut um dieses Ehrenamt.

Mit einem durchschnittlichen Alter der neuen Ältesten von knapp 54 Jahren kommt viel Lebenserfahrung in den Leitungsgremien zusammen. "Ich bin sehr dankbar, dass uns die große Erfahrung von langjährigen Ältestenkreismitgliedern erhalten bleibt", macht Krall deutlich.

Er verweist auf die vielen zusätzlichen Belastungen, die in den letzten Jahren auf die Ältestenkreise zukamen. So fiel in die zurückliegende Amtsperiode die auch für die Kirchengemeinden schwierige Zeit der Coronapandemie. Die damals notwendigen Entscheidungen über die Absage von Veranstaltungen oder neue Formate der Verkündigung beispielsweise mit Online-Gottesdiensten, haben die Ältestenkreise vor große Herausforderungen gestellt.

Und noch einschneidender haben viele die Beratungen der Landeskirche seit 2022 erlebt, mit denen sich die Gemeinden auf tiefgreifende Sparmaßnahmen einstellen mussten und gleichzeitig neue Formen der Zusammenarbeit erprobt wurden.

Nun stellen sich 77 Frauen und 49 Männer zur Wahl und bitten in den Wahlversammlungen der Kirchengemeinden um starke Unterstützung durch ihre Wähler. Erstmals hat die Landeskirche bei der Kirchenwahl 2025 das Wahlverfahren in dieser Form der Wahlversammlung neu geordnet.

Der Dekan des Kirchenbezirks Mosbach erwartet nach dieser Veränderung im Wahlverfahren, dass sich die traditionell höhere Wahlbeteiligung in ländlichen Gemeinden nicht halten lässt. "Bei einer Öffnung der Wahllokale über viele Stunden haben früher viele den Sonntagsspaziergang dazu genutzt, um ihre Verbundenheit mit Kirche zu zeigen", erinnert Dekan Folkhard Krall an die regelmäßig hohen Wahlbeteiligungen in den dörflich geprägten Regionen.

Umso mehr stehe bei den Wahlversammlungen nun das persönliche Signal im Mittelpunkt: jede abgegebene Stimme sei ein Zeichen, dass Kirche wächst, wenn sich alle gemeinsam darum kümmern. Denn so viel ist jetzt schon klar: die gewählten Ältesten bleiben darauf angewiesen, dass viele der rund 25.000 evangelischen Gemeindeglieder sich miteinander für ihre Kirche einsetzen.

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