Hirschhorn

"MS Experimenta" liegt bis Montag vor Anker

Das Wissenschaftsschiff zeigt den spielerischen Weg in die Forschung. Ein Besuch muss online gebucht werden.

05.07.2024 UPDATE: 05.07.2024 04:00 Uhr 2 Minuten, 11 Sekunden
Maximilian tüftelt, Melina hat den Seestern in der Flasche schon geangelt. Foto: coe

Von Carmen Oesterreich

Hirschhorn. Neugier ist eine Eigenschaft, die schon jüngste Kinder auszeichnet. Sie müssen einfach alles anfassen, drehen, wenden, ausprobieren, hören, sehen, riechen, Erwachsenen Löcher in den Bauch fragen, unendlich neunmalklug reden. Nur so finden sie schließlich heraus, was sie begriffen und verstanden haben. "Das geht nicht", gibt es nicht auf der "MS experimenta". Das Schiff vom experimenta Science Center in Heilbronn hat gestern zum ersten Mal auf dem Neckar in Hirschhorn festgemacht. Bis Montag, 8. Juli, wird es dem unbändigen Forscherdrang von Kindern ab vier Jahren gerecht.

Ohne Altersbegrenzung nach oben kann sich hier jeder in drei verschiedenen Wissenschaftsbereichen kundig machen: In einem Labor mit Workshops, der Ausstellung mit Mitmachstationen unter dem Motto "Du bist Wissenschaft" und "Du schaffst Wissen" sowie dem Mini Dome, einer 360-Grad-Projektionskuppel.

Robert Schwan ist stolz, dass „seine“ MS experimenta zu lebenslangem Lernen animiert. Foto: coe

Mit den ersten 56 Forscherinnen und Forschern von der Neckartalschule gingen auch Bürgermeister Martin Hölz und Katrin Meidinger, Leiterin der Tourist-Information, an Bord – stolz darauf, dass das Schiff in die Stadt gekommen ist. Sie lebten ihren Spieltrieb in Gemeinschaft mit den Kindern aus, versuchten im besonders vielseitigen Bereich der Ausstellung im Team Container zu laden oder maßen ihren Puls beim Body Scan.

Ein Mädchen mit einer lustigen Brille auf der Nase rannte fast in eine Forschergruppe: "Ich seh hierdurch alles ganz komisch", entschuldigte sie sich. Sie lernte, wie sich das Sehen, aber auch die Sicht auf die Dinge, im Lauf des Lebens verändern kann.

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"Ist das krass hier, Alter", rief Julian, während er durch den Gang rannte. Er wandte seine enorme Energie pfiffig fürs Necken der anderen auf, zog bei Teamwork mit zwei Freunden an dem Faden, der den anderen ausbremste (was man ja erst bemerken musste).

Nach langem Ausprobieren fand er bei dem Spiel "Wegbereiter" den richtigen Weg an Hindernissen vorbei in genau dem Moment, als keiner hinschaute: "Hab es!", rief er, grinste verschmitzt und sagte: "Ich bin geflogen!" Diese Leichtigkeit steckte die anderen zum Lachen an, und dazu, dass sie es auch mal ausprobierten. Nicht schlimm, wenn es anfangs nicht klappte! Mehmet sah sich das Spielfeld an, überlegte seine Schritte, und schaffte es ziemlich rasch ins Ziel – ohne abzuheben.

Julian stellt sich im Spiel mit Bürgermeister Martin Hölz und Mehmet den Hindernissen. Foto: coe

Manche Kinder bewiesen an den Stationen enorm viel Geduld, probierten aus und dachten nach, bis sie die Lösung hatten, während andere ganz schnell wieder weg waren und zum Beispiel lieber ein Rohrsystem, das als Modell für die Beschleunigung einer Achterbahn beschrieben wird, mit Experimentierbällen füllten. "Das ist das Schöne an dieser MS experimenta", schwärmt Projektleiter Robert Schwan, "man kann einfach nur spielen. Man kann aber auch tiefer gehen und sich fragen, warum etwas gerade so funktioniert und ob es sogar noch besser geht."

Tiefgang hatte die Schülergruppe im Labor beim Workshop "Flaschentaucher". Hier sollten sie in einer geschlossenen Wasserflasche einen Seestern angeln. Erst schien die Aufgabe schwierig zu sein, denn man durfte die Flasche nicht schütteln oder auf den Kopf stellen. Aber mit Geschicklichkeit und "Köpfchen" haben das nach und nach die meisten Kinder, die die Geduld zum Experimentieren aufbrachten, geschafft. Erfolgserlebnisse motivieren!

Die Schülerinnen und Schüler hätten noch lange weiterforschen können, doch nach zwei Stunden war es Zeit, zu gehen. Aber nicht, bevor nicht jeder im Mini Dome noch schnell mit Pinguin und Eisbär vom Nord- zum Südpol und weiter zum Saturn gereist ist. Der Mini Dome soll neugierig machen auf den Science Dome mit drehbarem Zuschauerraum und einer 726 Qudratmeter großen Kuppel der experimenta in Heilbronn.

Bitte beachten: Der Eintritt zur MS experimenta muss online auf www.ms-experimenta.science gebucht werden.

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