Entwarnung in Eberbach/Hirschhorn

Hochwasser ist unter Alarmstufe

Entwarnung am Fluss: Die Straßen und die Tiefgarage werden wieder freigegeben.

05.06.2024 UPDATE: 04.06.2024 20:22 Uhr 1 Minute, 9 Sekunden
Mit seiner starken Strömung hat der Neckar viel Treibgut mit sich gerissen. Am Tag nach dem Hochwasser in Hirschhorn dokumentierte Leser Hans-Jürgen Waibel das gewaltige Ausmaß. Foto: privat

Von Rainer Hofmeyer

Eberbach/Hirschhorn. Am Dienstag um 9 Uhr hat die Hochwasser-Einsatzleitung der Stadt Eberbach auf Status "Entwarnung" geschaltet. Die Benachrichtigung der Bevölkerung erfolgte über die Warn-Apps KatWarn und Nina durch die Integrierte Leitstelle des Rhein-Neckar-Kreises in Ladenburg.

Bei Auslösung der ersten Hochwasser-Warnstufe am Samstag um 18.30 Uhr und der zweiten am Sonntag um 7.20 Uhr wurden die Sirenen der Eberbacher Ortsteile Innenstadt, Lindach, Rockenau und Pleutersbach erstmals durch die Leitstelle per digitalem Funk angesteuert. Die übrigen Stadtteile hören diese Hochwasserwarnungen nicht. Bei der Einsatzleitung der Feuerwehr konnte man die digitale Premiere als erfolgreich vermelden.

Eine Hirschhorner Firma rückte mit schwerem Gerät im Bereich der Lachsbachbrücke den Holzrückablagerungen zu Leibe. Foto: privat

Da staatliche Pegel, die automatische Messwerte anzeigen, auf der Strecke Gundelsheim/Neckar flussabwärts nur in Rockenau und dann in Ziegelhausen eingerichtet sind, muss die Stadt Eberbach ihre für eine Alarmierung relevanten Pegelwerte in eigener Regie vor Ort ablesen. Der für die Entwarnung entscheidende niedrige Pegel 5,50 Meter wurde gestern Morgen erreicht.

Gegen 10.30 Uhr waren danach alle Einschränkungen auf den Straßen um die Innenstadt aufgehoben, neben der entlang der Itter gesperrten Wilhelm-Blos-Straße war auch die Tiefgarage am Leopoldsplatz wieder frei. Im Gegensatz zu Eberbach hat Hirschhorn keinen eigenen Pegel und auch keine Sirenensignale bei Hochwasser.

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Der Hirschhorner Alarmplan wird ausgelöst, wenn der Pegel in Gundelsheim 3,40 Meter zeigt. Diese Daten werden über die Hochwasserzentrale Baden-Württemberg abgerufen. Dann rechnet man zwei bis dreieinhalb Stunden Laufzeit der Flutwelle dazu.

Rechtzeitig fährt die Hirschhorner Feuerwehr durch die gefährdeten Straßen und warnt die Bevölkerung per Lautsprecher. Beim Neckarvorland vor der Stadtmauer stehen oft noch parkende Fahrzeuge, die entfernt werden müssen.

Hirschhorns Bürgermeisterei baut auf eine umfangreiche Unterrichtung seiner Bewohner auf digitalem Wege und bedient alle sozialen Netzwerke mit den entsprechenden Informationen.

Als hessische Stadt erfreut sich Hirschhorn auch der App "hessenWARN" ihres Innenministers. Ein redundanter Weg der Warnung, zusätzlich zur bundeseinheitlich angelegten KatWarn, in der die betreffende Meldung ohnehin zu verbreiten ist.

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