Die Reise der U17

Schneller als gedacht –
U-Boot hat in Haßmersheim festgemacht (Video/Fotogalerie)

Die letzte Etappe des U-Boot-Transports auf dem Neckar zog die Massen an. Das U-Boot war schneller als der Zeitplan unterwegs. Bis Sonntag liegt die U17 nun in Haßmersheim.

09.07.2024 UPDATE: 09.07.2024 18:21 Uhr 2 Minuten, 10 Sekunden
Die Ankunft von U17 in Haßmersheim. Foto: Weindl

Region Mosbach. (stk/schat) Nichts ging mehr auf der Neckarbrücke in Obrigheim. Der Verkehr stand still, am Geländer standen Hunderte Menschen, die dann nur wenig später in Windeseile die Straßenseite wechselten, um schließlich wieder staunend zu verfolgen, was da unter ihnen geschieht: Es ist schon etwas Besonderes, wenn so ein echtes U-Boot auf dem Neckar transportiert wird.

Am Dienstag machte sich "U 17" auf dem Ponton auf seine letzte Neckar-Etappe von Eberbach nach Haßmersheim – und auf der Zielgeraden (zumindest der auf dem Wasser) ging es dann schneller als gedacht.

Bereits um 12.07 Uhr war das U-Boot aus der Schleuse Guttenbach raus. Wie schrieb ein Nutzer von Facebook: "Ich habe Ikea-Regale, da passt weniger zusammen" – und postete dazu ein Bild vom Ponton mit dem mächtigen U-Boot in der Schleusenkammer. Ein anderer aufmerksamer Beobachter der außergewöhnlichen Szenerie bekannte, extra aus Fulda (rund 300 km entfernt!) angereist zu sein, um U 17 – das er nun von alten Schwarz-Weiß-Bildern kenne – live, in voller Pracht und in Bewegung auf dem Neckar zu sehen. In Zwingenberg und Neckargerach waren die Grundschulkinder an den Neckar gekommen und bejubelten lauthals die 350 Tonnen Stahl, die da vor ihren großen Augen spielerisch leicht vorbeigeschippert wurden.

Unterdessen begleiteten auch zahlreiche Menschen das U-Boot auf dem Radweg entlang des Neckars, bis nach Haßmersheim. Dort weiß man die Feste zu feiern, wie sie fallen. Und so herrschte am Dienstag ab Nachmittag ausgelassene Partystimmung. Bis Freitagabend liegt das U-Boot dort vor Anker – oder besser: in Ruhe auf seinem schwimmenden Ponton. In der Nacht auf Samstag beginnt dann das eigentliche "Auftauchen"; Haßmersheim ist dann eine Gemeinde, in der tatsächlich ein U-Boot an Land geht. Bis Sonntagmorgen soll das mächtige Unterwassergefährt so auf einen Spezialtieflader gepackt werden, dass der dann gen Bad Rappenau und Sinsheim aufbrechen kann.

In der Schleuse in Neckarzimmern. Foto: Weindl

In Haßmersheim selbst musste man sich mit den Vorbereitungen zu den ersten U-Boot-Feierlichkeiten ob des auf dem Wasser vorgelegten Tempos auch sputen. Eigentlich war das U-Boot dort am Dienstag erst um 16 Uhr erwartet worden; am Neckarlauer der Schiffergemeinde gab man nun schon eine Dreiviertelstunde eher die ersten Kanonenschüsse zur Begrüßung ab. Zaun-, Ufer- und Steggäste waren da schon reichlich mit dabei, das Technische Hilfswerk begleitete mit seinem Fährponton die letzten Meter bis zur Ankunft. Und während der Schubverband auf dem Neckar noch am "Einparken" zwischen Steg und ehemaligem Fähranleger war, herrschte an Land längst Volksfeststimmung. In mehreren Reihen drängten sich die U-Boot-Fans am Ufer, um das Objekt der Begierde zu fotografieren oder zu filmen. "Wahnsinn, was hier auf den Beinen und los ist", kommentierte eine Festbesucherin auf der bunten Haßmersheimer U-Boot-Meile am Nachmittag.

Nachdem Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Christian Ernst die U 17 begrüßt hatten, konnte die Feier auch ganz offiziell starten. Mit Musik von MGV und Posaunenchor Haßmersheim, Dorfpiraten, Cantabile, Maren Ferber und den Ley Bros sowie dem Shanty-Chor Ettlingen-Albtal zelebrierte man die außergewöhnliche Ankunft bis in den späten Abend. Bestens versorgt von Vereinen, Gruppen, Unternehmen, Kirche und Gaststätten. In Haßmersheim kennt man sich halt aus mit dem Feiern.

Egal, ob in Heidelberg, in Eberbach, in Haßmersheim oder entlang der Strecke: Das U-Boot sorgte und sorgt für großes Aufsehen. Ein paar Tage kann man es nun noch in seinem natürlichen Element Wasser bestaunen. Am Samstag und Sonntag heißt es dann: Raus, rauf und weiter – im Auto- und Technik-Museum wartet man schließlich auf die neue Attraktion, die schon vor ihrer Installation eine solche ist.

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