Weiterer Zeitverzug auf der Großbaustelle
Damit sich die Verzögerungen in Grenzen halten, werden auf dem BGB-Parkplatz Container aufgestellt.

Von Rüdiger Busch
Buchen. Um zu verhindern, dass sich die Arbeiten auf der Großbaustelle Burghardt-Gymnasium bis ins Jahr 2025 hinziehen – und damit zwei Jahre länger als ursprünglich geplant – hat sich der Gemeinderat bei einer Enthaltung für die Aufstellung von Mietcontainern entschieden. Dadurch kann die ab Sommer 2023 anstehende Sanierung von Bauteil 5 (Ostflügel) in einem Rutsch und nicht wie zunächst angedacht in zwei Abschnitten erfolgen. Unterm Strich rechnet Architekt Prof. Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Kilian mit Mehrkosten von rund 110.000 Euro.
Wie Bürgermeister Roland Burger aufzeigte, fand am 18. Oktober ein Vor-Ort-Termin statt. Dabei sei deutlich geworden, dass die Terminplanung nicht mehr eingehalten werden könne. Baubeginn war im September 2019. Ursprünglich sollte das 27,5-Millionen-Euro-Projekt im Sommer 2023 fertiggestellt sein. Corona und Lieferschwierigkeiten hatten zunächst für eine Verzögerung von rund einem Jahr gesorgt.
Architekt Kilian informierte darüber, dass das Thema "Schadstoffsanierung" und der überraschende Ausfall des beauftragten Bodenlegers ("Die Firma gibt es nicht mehr!") die Situation in den letzten Wochen noch einmal verschärft habe. "Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich fertig zu werden", sagte Kilian. Dafür habe man verschiedene Lösungsansätze diskutiert.
Würde Bauteil 5 wie geplant in zwei Abschnitten saniert, wäre die Fertigstellung frühestens in den Pfingstferien 2025 möglich. Neben der Zeitverzögerung seien weitere Nachteile zu erwarten: Die lärmintensiven Arbeiten würden den laufenden Schulbetrieb stören, und das Kostenrisiko sei deutlich erhöht.
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Deshalb schlug Kilian vor, den Ostflügel in einem Bauabschnitt zu sanieren. Dann könnte der BGB-Umbau bereits in den Herbstferien 2024 abgeschlossen sein. Dafür müssten Mietcontainer für zehn Klassenzimmer und Sanitäranlagen angeschafft werden. Die Container sollen ab Sommer 2023 im nördlichen Bereich des BGB-Parkplatzes aufgestellt werden. Dadurch würden für ein Jahr etwa 60 Parkplätze wegfallen – von insgesamt 125.
Für die Container-Lösung rechnet der Architekt mit Kosten von rund 570.000 Euro. Dem gegenüber stehen aber Synergieeffekte in den einzelnen Gewerken durch die Ausführung an einem Stück sowie Kosteneinsparungen durch die geringere Bauzeit. Insgesamt geht Kilian deshalb nur von Mehrkosten in Höhe von etwa 110.000 Euro aus.
"Die Argumentation ist plausibel", fand Bürgermeister Burger: Die vorgeschlagene Variante sei schneller und effektiver, und auch die Unterrichtsqualität gewinne, wenn es weniger Störungen durch die Bauarbeiten gebe. "Wenn wir erst 2025 fertig würden, wäre das zu lang", ergänzte das Stadtoberhaupt.
Diese Ansicht teilte auch Schulleiter Jochen Schwab: In Bauteil 5 würden Schulbetrieb und Baustelle einfach zu eng nebeneinander laufen, was zu massiven Beeinträchtigungen führen würde. Die bisherigen Einschränkungen durch die Arbeiten hätten Schüler und Lehrer gut bewältigt, aber nach dreieinhalb Jahren Baustelle müsse das Ende in den Blick rücken: "Wir müssen fertig werden!"
In der anschließenden Diskussion erkundigte sich Stadtrat Otto Kern, wie der Architekt die erhofften Synergieeffekte genau berechne. "Es sind natürlich nur Annahmen", räumte Kilian ein, aber aufgrund der bisherigen Erfahrungen auf der Baustelle und beim Blick auf die Kostenentwicklung gehe er von Einsparungen in der genannten Höhe aus.
Stadtrat Johannes Volk wollte wissen, ob Ersatz für die wegfallenden Parkplätze angedacht sei. Dies ist nicht der Fall, antwortete der Bürgermeister und wies auf die bis dahin wieder zur Verfügung stehenden Stellplätze auf dem Musterplatz hin.