"Animagic" in Mannheim

Mekka für Fans der japanischen Popkultur (Fotogalerie)

Mangas und Cosplay: Die Convention findet noch bis Sonntag im Rosengarten statt.

05.08.2022 UPDATE: 06.08.2022 15:10 Uhr 2 Minuten, 52 Sekunden
Viele Fans besuchen die Animagic als ihre Lieblingsfigur verkleidet, oft haben sie ihre aufwendigen Kostüme selbst hergestellt. Foto: Gerold

Von Wolf H. Goldschmitt

Mannheim. Das Waffenlager schaut bedrohlich aus. Ein wahres Arsenal an Schwertern, Bögen und Gewehren baumelt an der Garderobe, fein säuberlich nach Nummern geordnet - wie bei einer Theatervorstellung. Aber keine Sorge, es sind alles nur liebevoll gebastelte Attrappen aus Kunststoff. Überdimensionale Flügel haben wegen der Verletzungsgefahr ebenfalls Hausverbot, obwohl das Werkzeug eigentlich unverzichtbar zum Kostüm eines Cosplayers gehört. Ordnung muss sein, selbst im bunten Reich der Fiktionen. Cosplay, ein Kunstwort aus den englischen Wörtern "Kostüm" und "Spiel", steht für eine immer noch recht junge Subkultur, sich zu fantasievoll zu verkleiden und in eine kindliche Traumwelt einzutauchen.

Die Leidenschaft hat sich von ihren Nischenanfängen längst weit entfernt und ist nicht zuletzt dank der Macht der Medien und des Internets zu einem globalen Phänomen geworden. Wie lange der Boom anhält, der am Wochenende weit über 20 000 "Aliens" in Mannheims Rosengarten und die Innenstadt gebeamt hat? "Solange das Geld reicht", sagt augenzwinkernd einer der schier unzähligen Händler beim alljährlichen Stelldichein der schrillen Optik namens "animagic".

Und zu verdienen gibt es reichlich – von der PVC-Figur "Bunny Girl Senpai" für 160 Euro bis zur lila Plastikperücke für schlappe 35 Euro, das Angebot verwirrt die Sinne. Namhafte Verlage präsentieren als Preview ihre jüngsten Artbooks und Comics aus der fernöstlichen Anime-, Manga- und J-Game-Szene noch vor dem regulären Erscheinungstermin oder zeigen bislang geheime Games für das "Training von kognitiven und motorischen Fähigkeiten" am Computer. Vor der Messe-"Filiale" von Nintendo, dem Platzhirsch und Milliardenkonzern für Spielekonsolen, warten selbst Manga-Bösewichte wie der "Teufelsmann" mit Engelsgeduld auf den Moment, die nagelneuen "Booster-Pass-Strecken" von Mario-Kart testen zu dürfen. Viel Schnickschnack wie Teetassen, quietschgelbe Stoffpüppchen a la Pokémon oder schnöde Brotdosen (?) original japanischer Herkunft gibt's obendrauf. 

Wer bei der Firma "Manga Mafia" an Böses denkt, könnte richtig vermuten. Der Name des Anbieters von Sammelobjekten klingt unfreiwillig wie eine Botschaft an seine Kunden: aus dieser Gesellschaft gibt es kein Entrinnen. An der Verkaufsfront herrscht dauerhaft Andrang, wie einst bei der Premierenvorstellung von "Herr der Ringe". Und tatsächlich huscht sogar ein Gandalf mit Gefolge durch die Reihen. Ob der sich verirrt hat? Offensichtlich nicht. Denn auch fiese Typen aus "Star Wars" röcheln sich durch die engen Gänge oder drängen ins überfüllte Rahmenprogramm der schrägen Publikumsmesse.  

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