Heidelberg

Emotionale Gedenkfeier für Jobst Wellensiek

Trauer um einen Liebhaber des Lebens: Er bleibt im Gedächtnis als begnadeter Brückenbauer und glücklicher Familienmensch.

24.11.2022 UPDATE: 24.11.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 30 Sekunden
Bei der Trauerfeier in der Johanneskirche in Neuenheim sprachen Familie, Freunde und Weggefährten wie Oberbürgermeister Eckart Würzner (l.) des international bekannten Insolvenzanwalts Jobst Wellensiek über den Verstorbenen. Foto: vaf

Von Birgit Sommer

Heidelberg. Welch eine große Persönlichkeit! Die Gedenkfeier für Jobst Wellensiek, der am 4. November im Alter von 90 Jahren verstorben war, zeigte, wie dieser Mann mit der Stadt verwoben war, erinnerte an seinen Bürgersinn und seine Großzügigkeit, an seine großen beruflichen Erfolge als Rechtsanwalt und Konkursverwalter, an seinen Charme und seine Lebensfreude.

Die voll besetzte Johanneskirche in Neuenheim, in der Pfarrer Anselm Friederich-Schwieger Gedenkfeier und Gottesdienst leitete, war erfüllt von liebevollen Erinnerungen und tiefer Trauer.

"Sein Tod gleicht einem Erdbeben", fand Bernhard Eitel, Rektor der Heidelberger Universität. Ein Nachruf, wie ein Donnerhall. Jobst Wellensiek war der Universität als Ehrensenator verbunden und unterstützte sie mit Rat und Tat.

Ein Hörsaal, dessen Renovierung er ermöglicht hatte, ist dauerhaft mit dem Namen des Juristen verbunden. "Er war immer da, wenn er gebraucht wurde", sagte Eitel, "er war sogar präsent, wenn er nicht da war. Er war beliebt und wurde geliebt." Aus der Begegnung mit Menschen habe Jobst Wellensiek Lebensfreude und Kraft gezogen und diese zurückgegeben. "Wir alle vermissen ihn."

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"Ein Mensch, der uns alle geprägt hat. Ein Freund, den wir alle hatten", war Jobst Wellensiek für Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner. Die Stadt habe von dem "begnadeten Brückenbauer" profitiert, der zum Gelingen von einem der größten Bürgerbeteiligungsprozesse beigetragen habe – als es um Stadthalle und Konferenzzentrum gegangen sei.

Würzner erinnerte an das soziale Engagement des Verstorbenen, an das Mäzenatentum im kulturellen Bereich und erst recht an den "glücklichen Familienmenschen".

Jobst Wellensiek als herausragende Heidelberger Persönlichkeit war auch bundesweit als Insolvenzverwalter zur Legende geworden: An mehr als 900 Verfahren war er beteiligt, vom Stahlproduzenten Maxhütte über die Klöckner-Werke bis zur Großwerft Bremer Vulkan. "Immer ging es ihm darum, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", betonte Christopher Seagon aus der Sozietät von Wellensiek, "am Ende fand er fast immer eine bessere Lösung als die reine Abwicklung." ...

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