Beziehungskiller Kind?

Streit vor den Kindern muss nicht schaden

Ein Baby stellt das Leben seiner Eltern auf den Kopf, und oft folgt nach der Klinik die Krise. Muss aber nicht - wenn man bereits vor der Geburt wichtige Fragen klärt. Warum und welche das sind.

03.07.2024 UPDATE: 03.07.2024 08:21 Uhr 54 Sekunden

Ein Streit vor Kindern passiert schon mal. Aber Eltern sollten dennoch respektvoll agieren und zeigen, dass man sich trotzdem lieb hat. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn​

Kinder können von ihren Eltern lernen, wie man sich auseinandersetzt und eine gute Beziehung führt. Eskalieren darf der Streit natürlich nicht - und es gibt noch mehr Regeln. Das sagen Expertinnen.

Auch wenn viele das denken: Ein Streit der Eltern vor den Augen der Kinder schadet nicht unbedingt. "Man darf sich dabei nicht verletzen und sollte den Kindern klar zeigen, dass man sich liebt und auch wieder versöhnt", nennt die Familientherapeutin Nadja von Saldern aus Berlin die Regeln. So lernen die Kinder, wie Beziehungen gestaltet werden können. 

Auch merken die Kinder ohnehin, wenn etwas zwischen ihren Eltern nicht stimmt. "Wenn man dann so tut, als wäre alles in Ordnung, ist das für die Kinder schlimmer als ein Streit", erklärt Nina Grimm, Familienpsychologin aus Freiburg. Emotional besonders aufgeladene Themen sollten allerdings nicht vor den Kindern besprochen werden.

Verletzung nach Streit? Fünf positive Erfahrungen als Wiedergutmachung nötig

Eine Beziehung bleibt stabil, wenn die positiven Dinge überwiegen - das gilt auch nach einem verletzenden Streit. Mit einer Entschuldigung ist es dabei nicht getan. "Es braucht fünf positive Erfahrungen, um eine Verletzung oder Zurückweisung wieder gutzumachen", sagt Grimm. Wer also etwa seinen Partner beleidigt hat, muss nun laut der von dem US-Beziehungsforscher John Gottmann entwickelten 5:1-Formel gleich mehrfach investieren, wenn er die Beziehung im Lot halten will. Eine Entschuldigung, ein Kompliment, ein Gute-Nacht-Kuss, eine liebevolle Umarmung und ein schönes Mitbringsel wären Möglichkeiten.

Auch interessant
Beziehungskiller Kind?: So gelingt der Familien-Start