Photovoltaikanlage

Wie Wohnungseigentümer zur Solaranlage kommen

Worüber im Einfamilienhaus wenige Köpfe entscheiden, müssen im Mehrparteienhaus mehr Menschen abstimmen.

04.08.2022 UPDATE: 04.08.2022 11:00 Uhr 2 Minuten, 39 Sekunden
Sieht man eher selten: Solaranlagen auf dem Dach von Wohnungseigentümergemeinschaften. Foto: Jens Kalaene/dpa

Bonn/Freiburg (dpa) - Während viele Eigenheimbesitzer längst eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Hauses haben, sind die meisten Dächer von Mehrfamilienhäusern mit mehreren Eigentümern noch unbelegt. Als Grund werden oft steuerliche und bürokratische Hürden genannt. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, wie auch Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) mit überschaubarem Aufwand vom selbst erzeugten Sonnenstrom profitieren können.

Die Energieagentur Regio Freiburg hat in einem Leitfaden mehrere Wege zusammengefasst, wie WEG Solarenergie für sich nutzen können. "Darin werden verschiedene Betriebskonzepte vorgestellt - vom Mieterstrom über die Allgemeinstromversorgung bis hin zu Einzelanlagen und Volleinspeisung des erzeugten Stromes", sagt Johannes Jung von der Energieagentur. Neben der Beschreibung der einzelnen Konzepte finden Interessenten auch konkrete Schritte, die bei der Planung und Umsetzung gegangen werden müssen.

"Die verschiedenen Betriebskonzepte haben unterschiedliche rechtliche und steuerliche Konsequenzen", sagt Rechtsanwalt Michael Nack vom Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE). Grundsätzlich sei die Installation einer PV-Anlage auf dem Gemeinschaftsdach eine bauliche Veränderung, die eine WEG mit einfacher Mehrheit beschließen kann.

Nur diejenigen WEG-Mitglieder, die für die Installation stimmen, müssen später auch die Kosten tragen. Es sei denn, die Maßnahme amortisiert sich oder es wird bei der Beschlussfassung die doppelt qualifizierte Mehrheit (mehr als zwei Drittel der Stimmen und mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile) erreicht. Dann müssen alle Eigentümer die Kosten mittragen, in der Regel aufgeteilt nach den Miteigentumsanteilen.

Eigentümerversammlung muss über Installation entscheiden

Doch welches Betriebskonzept kommt überhaupt infrage? Besonders naheliegend: Die WEG installiert gemeinsam eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. "Die Eigentümer müssen vorher überlegen, ob sie die Anlage selbst betreiben wollen oder einen Dienstleister damit beauftragen wollen", sagt Michael Nack.

Außerdem ist es wichtig zu entscheiden, ob mit der Anlage nur der Allgemeinstrom der Wohnanlage, also zum Beispiel für Aufzug und Treppenbeleuchtung erzeugt werden oder ob der Strom auch in den Wohnungen genutzt werden soll. Auch über die eventuelle Belieferung von E-Ladestationen sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen.

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