Prävention

Lebensstil im Alter umkrempeln - was bringt das jetzt noch?

Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für viele Erkrankungen senken. Lohnt es sich auch mit 60, 70 oder 80 noch, das Ruder rumzureißen?

19.05.2023 UPDATE: 19.05.2023 08:25 Uhr 3 Minuten, 38 Sekunden
Eine wichtige Säule eines gesunden Lebensstils: regelmäßige Bewegung. Wer eine Sportart wählt, die Freude macht, bleibt eher dran. Foto: Christin Klose/dpa-tmn​

Von Ricarda Dieckmann

Der Griff zur Zigarette, der ist seit Jahrzehnten Gewohnheit. Ebenso die große Vorliebe für süßes Plundergebäck und deftig-fettige Gerichte. Und eine richtige Sportskanone war man ohnehin nie.

Viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Zigaretten: In der Medizin ist unumstritten, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für viele Erkrankungen verringern kann. Und dass ungesunde Gewohnheiten das Risiko erhöhen. Zum Beispiel für Bluthochdruck, Arthrose, Lungenkrebs, Diabetes und viele weitere Erkrankungen.

Krankheiten lassen sich nicht rückgängig machen

Doch was, wenn die Diagnosen da sind und die lasterhaften Gewohnheiten fest mit dem eigenen Alltag verbunden? "Der Zug ist abgefahren, eine Umstellung bringt doch jetzt nichts mehr", mag da der erste Impuls sein.

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Ein Irrtum, wenn es nach der Altersmedizinerin Brigitte Buchwald-Lancaster geht. "Es bringt in jedem Alter einen Mehrwert, etwas für sich selbst zu tun", sagt die Chefärztin des Zentrums für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der München Klinik Neuperlach. Krankheiten im Alter wieder vollständig rückgängig machen - das ist natürlich kaum möglich. "Aber es geht auch gar nicht darum, dadurch einen Zustand völliger Gesundheit zu erreichen."

Für einen gesunden Lebensstil gilt auch: Alkohol nur in Maßen - vielleicht nur dann, wenn es etwas zu feiern gibt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn​

Mit Mittelmeerkost zu mehr Lebenserwartung

Wer im Alter seine Gewohnheiten neu aufstellt, kann Lebenszeit gewinnen. Zum Beispiel eine Ernährungsumstellung kann sich positiv auf die verbleibende Lebenserwartung auswirken.

Gut erforscht ist das bei der Mittelmeerkost, wie Prof. Rainer Wirth sagt. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Mittelmeerkost heißt: viel frisches Gemüse und Obst, wenig Fleisch, viel Fisch und hochwertige Öle.

"Wenn ein 20-Jähriger darauf umstellt, dann gewinnt er ungefähr zehn Lebensjahre. Wenn ein 60-Jähriger diese Umstellung macht, gewinnt er immer noch ungefähr acht Lebensjahre", sagt Wirth. Und selbst wer 80 Jahre alt sei, könne durch eine Umstellung der Ernährung noch gut drei zusätzliche Jahre herausholen. Zumindest im statistisch berechneten Mittel - bei dem einen mag mehr drin sein, bei der anderen weniger.

Lebenszeit lässt sich auch gewinnen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. ...