Job-Protokoll

Was macht eigentlich ein Bauphysiker?

Einst eher Nischenbereich, heute höchst aktuell: Die Bauphysik bekommt angesichts von Klimawandel und Energiekrise zunehmend Aufmerksamkeit.

13.09.2022 UPDATE: 13.09.2022 10:07 Uhr 2 Minuten, 35 Sekunden
Als Bauphysiker hat Gernot Kubanek für das Musiktheater im Revier (MIR) in Gelsenkirchen zur Verbesserung der Schallübertragung von der Bühne in den Zuschauerraum den Proszeniums- und Portalbereich neu gestaltet. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn​

Von Katja Wallrafen

Gernot Kubanek ist einer von zwei Geschäftsführern des Unternehmens ISRW Klapdor. Das Institut für Schalltechnik, Raumakustik und Wärmeschutz ist seit mehr als 60 Jahren auf dem Gebiet der akustischen und bauphysikalischen Objektberatung tätig. Im Job-Protokoll verrät der Ingenieur, wieso er manchmal auch Psychologe ist, warum Bauphysik die Gesellschaft prägt und was Mathematik mit Musik zu tun hat.

Mein Weg in den Job

Nach meinem Abitur gab es zwei Bereiche, die mich interessierten. Die Mathematik und die Musik. Für mich sind diese Disziplinen miteinander verwandt. Beide sind logisch, sind herrlich aufgeräumt und versprechen Klarheit. Noten, die harmonisch klingen, folgen mathematischen Regeln. Ich habe damals mit dem Gedanken gespielt, Tontechniker zu werden.

Aber dann habe ich mich für ein Studium der Elektrotechnik entschieden. Das war eine gute Entscheidung, zumal ich mich nach der breiten Ausbildung im Grundstudium auf die Akustik spezialisieren konnte. Der Musik bin ich privat treu geblieben und es ist kein Nachteil beim Bau von Konzerthallen auch die Perspektive der Musikschaffenden einnehmen zu können.

Wer in der Bauphysik arbeiten will, kann aber auch Ingenieurwissenschaften, Architektur, Physik oder Maschinenbau studieren. In Stuttgart gibt es sogar den Studiengang Bauphysik.

Die Aufgaben in der Bauphysik

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Beruf auszugestalten. Etwa in der Raumakustik, wo die Schallausbreitung im Raum Thema ist: Ein Konzerthaus, eine Kirche oder ein Theater stellen andere Ansprüche als ein Wohnraum.

In der Bauakustik steht dagegen der Schutz der Menschen im Fokus. Je nachdem, wie das Gebäude genutzt wird, geht es um die Vermeidung störender Geräusche oder Maßnahmen gegen Außenlärm.

Spannend ist auch die Thermische Bauphysik: Die steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz im Hochbau erfordern eine zunehmend komplexere Gesamtbetrachtung der energetischen Versorgungsstrukturen und der Bausubstanz.

Wir beraten Architekten, Bauherren sowie Planer und unterstützen bei den Fachplanungen. Zum Beispiel analysieren wir thermische Hüllen, also die Grenzflächen eines Hauses, wo beheizte und ...