In der Friedrichstraße gibt es immer genug zu tun und die beiden Damen wären froh, wenn sich weitere ehrenamtliche Unterstützerinnen fänden. Denn auch hier hat Corona Auswirkungen. "Viele Frauen die hier helfen, sind schon älter", berichtet Stadler. Eine Dame sei beispielsweise schon 82. Und nicht alle würden sich nun trauen, zum Verkauf zu kommen, weil sie Angst vor einer Ansteckung hätten. Normalerweise werden aber drei Personen pro Verkaufstag gebraucht, denn die Räume befinden sich auf zwei Etagen. Grundsätzlich ist hier deshalb auch immer ausreichend Platz zum Stöbern. "Manchmal müssen Kundinnen eben ein wenig warten." Es seien auch nicht nur Heidelbergerinnen, die hier vorbeischauen, oft kämen Touristen, die vorher im Internet nach Secondhand gesucht hätten. Das war vor 70 Jahren freilich anders. Die Grundidee der Gemeinnützigkeit gilt aber bis heute. Alles, was erwirtschaftet wird, kommt Projekten wie dem Frauenhaus, dem Kinderschutzbund, der Bahnhofsmission und dem Hospiz zugute. 2019 waren das 6000 Euro. "Wir haben leider auch sehr viele Ausgaben", sagt Hassenpflug fast entschuldigend. Allein der Steuerberater sei schon teuer. Aber vielleicht findet sich ja irgendwann jemand, der diese Aufgabe ehrenamtlich übernimmt, hofft sie. So wie sich seit über 70 Jahren Frauen finden, die sich hier engagieren und gemeinsam mit ihren vielfältigen Fähigkeiten den Laden am laufen halten – auch in Corona-Zeiten.

Info: Die Öffnungszeiten: Dienstag, 14 bis 17 Uhr, Mittwoch und Donnerstag, 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr.

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