Was hinter dem mobilen Verkauf steckt

Tafel-Angebot richtet sich an Menschen mit niedrigen Einkommen - Feste Ausgabe war in Schriesheim schon vor fünf Jahren ein Thema

14.06.2019 UPDATE: 14.06.2019 06:00 Uhr 1 Minute, 45 Sekunden

Was hinter dem mobilen Verkauf steckt 

Seit 2014 macht die mobile Tafel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) regelmäßig in Schriesheim Station. Doch wer ist für den Verkauf verantwortlich? Wer darf dort Lebensmittel erwerben? Und warum werden diese aus Mannheim angeliefert? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wer ist für die Tafel verantwortlich? Die Läden gehören zum Verein "Die Tafel" mit Hauptsitz in Berlin. Die Vereine organisieren den Verkauf teilweise selbstständig, zum Teil kooperieren sie mit anderen Organisationen. Die Tafel Mannheim, zu der auch der mobile Verkauf in Schriesheim gehört, liegt in Trägerschaft des DRK. In Weinheim ist die Caritas für die Tafel verantwortlich.

Woher kommen die Lebensmittel? Die Tafel Mannheim ist in Supermärkten in Reilingen, Neulußheim, Mannheim und Hockenheim unterwegs und sammelt dort Produkte, die nicht mehr lang haltbar sind. Diese werden kontrolliert, sortiert und an die Läden geliefert, auch nach Schriesheim. Das DRK übernimmt außerdem als regionales Logistik-Zentrum die Verteilung von großen Lebensmittel- oder Materialspenden in der Metropolregion an 18 Tafeln. An der Bergstraße sammeln andere Tafeln und Träger in den Supermärkten.

Was wird verkauft? Eine Tafel bietet, was sie von ihren Spendern bekommt: Obst und Gemüse, aber auch abgepackte Ware und Milchprodukte. Vor allem für Letztere ist eine ununterbrochene Kühlkette notwendig. Der Preis im Tafelverkauf beträgt laut DRK maximal ein Drittel dessen, was Kunden im Supermarkt für die Ware zahlen würden.

Wer darf bei der Tafel einkaufen? Kunden müssen einen "Tafel-Ausweis" besitzen; den wiederum gibt es nur für Hartz-IV-Empfänger, Studenten, Asylbewerber und Menschen mit nachgewiesenermaßen geringem Einkommen. Die Ausweise können direkt bei den Tafelläden bei Vorlage entsprechender nachweise ausgegeben werden.

Warum gibt es in Schriesheim keine stationäre Tafel? Schon bei der Einrichtung 2014 kam vom DRK der Wunsch, Räume für den Verkauf zu finden. In anderen Gemeinden wie Edingen-Neckarhausen hat das funktioniert. Entsprechende Aufrufe wurden auch in der RNZ veröffentlicht. Tafelleiter Hubert Mitsch sprach damals bereits von zwei Angeboten in der Kernstadt, doch nur für den Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes fand sich tatsächlich eine Unterkunft in der Heidelberger Straße. Erst durch einen Motorschaden am DRK-Kühlfahrzeug im Dezember wurde der Bedarf wieder offenbar.