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Hintergrund Meckesheim Kirche Wahlkampf

03.07.2024 UPDATE: 03.07.2024 19:56 Uhr 1 Minute, 48 Sekunden

Die Stellungnahme von Hans-Jürgen Moos im Wortlaut:

"Ich bin zunächst einmal schockiert, da ich den unterzeichnenden Herrn Muth aus meiner 16-jährigen, sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit kenne und ich ihn als intelligent und professionell schätze. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass er eine solche offizielle Wahlempfehlung auf eine Annahme (ich zitiere "scheinbar") stützt und mich vorab niemand von der Katholischen Kirche in irgendeiner Weise kontaktiert hat, um diese maß- und haltlose Unterstellung wenigstens zu verifizieren.

Ob es mit der christlichen Glaubenslehre vereinbar ist, einen noch dazu römisch-katholisch getauften Menschen und bekennenden Christen wie mich derart zu verunglimpfen und dazu die offiziellen Kommunikationskanäle zu benutzen, müssen die Wählerinnen und Wähler letztlich selbst für sich entscheiden.

Ich distanziere mich jedenfalls in jeder Form von der in dem Schreiben artikulierten Unterstellung. Aufgrund der Tatsache, dass die Kommunen heutezutage 95% aller Kosten konfessioneller Kindergärten zahlen, kommt in jeder Gemeinde, in jedem Gemeinderat und wie in Mönchzell auch Ortschaftsrat natürlich und regelmäßig gerade bei Zäsuren wie hier dem im Raum stehenden Verkauf des jetzigen Kindegartengeländes und des sinnvollen bzw. dadurch notwendigen Neubaus an anderer Stelle die Fragestellung der Trägerschaft auf. Ich bin da offen, kann aber nicht einschätzen, ob in den gerade neugewählten kommunalen Gremien dies eine Fragestellung in Zukunft sein könnte. Ich selbst sehe nicht nur aus finanzieller und pädagogischer Sicht durchaus Vorteile in einer kirchlichen Trägerschaft; genauso wenig verschließe ich mich dem bei vielen Bürgermeistern unpopulären Mehraufwand im Falle einer kommunalen Trägerschaft, sollte diese überhaupt in den nächsten Jahren in den dafür zuständigen Gremien eine Relevanz haben. Mein Fazit – ich empfinde die Eingebundenheit des Kindergartens in Mönchzell weit über die eigentliche Betreuung hinaus in das katholische Gemeindeleben als überaus wohltuende Bereicherung!

Wie weit in dem Versuch der Einflussnahme darf Kirche gehen, egal welche? 

Es ist unfassbar, welche Formen ein Wahlkampf wieder einmal annimmt und in welche Niederungen man sich da begibt als Herausforderer. Dass es wie 2016 Entgleisungen dieser Art geben wird, hat mich lange Zeit vor der Kandidatur zurückschrecken lassen. Dass ich nun mit einer solchen unverhohlenen Nichtwahl-Empfehlung konfrontiert bin, habe ich in meinen Augen nicht verdient. Denn mir wird hier etwas vorgeworfen, was ich nie gesagt habe, was aber über mich einfach als Gerücht in die Welt gesetzt wird. In unguten Zeiten hätte man so etwas Propaganda genannt. Ich bin eine sehr ehrliche Natur und spreche daher oft auch offen Heiße Eisen an. Das berechtigt aber nicht dazu, mir jeden Schmarrn in den Mund zu legen…

Man könnte bei der Lektüre dieser offiziellen kirchlichen Parteinahme und Wahlaufforderung an alle Katholiken in Meckesheim und Mönchzell, die seit einigen Tagen im Umlauf ist und somit kursiert, durchaus im sprichwörtlichen, aber auch im wortwörtlichen Sinne vom Glauben abfallen. Jedenfalls reichen die ersten Reaktionen in meinem Umfeld von "Skandal" bis "Das ist doch nicht wahr, oder?"."