A6-Polizeikontrolle bei Sinsheim

Bei fast 70 Prozent das richtige Bauchgefühl

Zu spät für den dicken Fisch? Es gab zwar keine unrechtmäßigen Tiertransporte, aber zahlreiche andere Delikte.

24.11.2022 UPDATE: 24.11.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 45 Sekunden
Beamte aus unterschiedlichen Landkreisen und Behörden waren bei der Kontrolle im Einsatz. Foto: Julian Buchner

Von Julian Buchner

Sinsheim. Vielleicht hätten sie früher aufstehen müssen an diesem Dienstag. Denn für eingepferchte Schweine oder Gänse waren die knapp 50 Kontrolleure um 8 Uhr relativ spät dran. Das Polizeipräsidium Mannheim rückte erneut zu einer Lkw-Kontrolle auf dem Rastplatz Kraichgau Süd an, unterstützt durch das Veterinäramt des Landratsamtes.

Augenmerk sollte bei der siebenstündigen Aktion unter anderem auf Tiertransporte gelegt werden. Doch dafür hätte erst mal einer unterwegs sein müssen, damit ihn die Motorradstreifen von der Autobahn ziehen können.

"Die sind meist nachts oder sehr früh unterwegs", sagt Dr. Constanze Reitzenstein vom Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises. Ihre Abteilung habe bei der Mannheimer Polizei angefragt, ob sie die Kontrolle begleiten kann, "das passiert zwei Mal im Jahr", schildert Reitzenstein.

Mitarbeiter des Veterinäramts nahmen Ladungsräume unter die Lupe. Foto: Julian Buchner

Klassische Verstöße, wie eine unterbrochene Kühlkette, erschienen angesichts der vorherrschenden fünf Grad Außentemperatur eher unwahrscheinlich. Zwischenzeitlich wirkte die Kontrollstelle, bei der auch ein Blick auf die Einhaltung von Ruhezeiten, Sozialvorschriften und Arbeitszeitgesetzen geworfen wurde, wie leergefegt.

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"Das liegt am Bauchgefühl der Kollegen draußen", meint Polizeisprecher Manuel Pollner und "wer verdächtig wirkt und wer nicht". Eine Momentaufnahme – am Ende der Aktion sollte das Bauchgefühl bei fast drei Viertel der Kontrollierten richtig gewesen sein.

Einen weiteren Grund für die ruhige Lage in Sachen Tiertransporte sieht Pollner am Wegzug einiger Schlacht- und Zerlegebetriebe in der weiteren Region. Außerdem hat die A6 bei Sinsheim aufgrund zahlreicher schwerer Verstöße bei Tiertransporten, die in den späten 1990er- und 2000er-Jahren geahndet wurden, einen "Ruf" erlangt.

Mehr zu tun gebe es bei ähnlichen Kontrollen inzwischen an der nahen A5, weiß Reitzenstein aus Erfahrung: "Dort sind mehrere Produzenten von Döner-Spießen autobahnnah angesiedelt", und es gebe immer wieder Probleme mit Gammelfleisch, sagt sie.

Einen Verdacht hegen sie dann doch noch: Gegen den Fahrer eines geparkten Fleischtransporters, der nur wenig Deutsch spricht. Er beteuert, sein Laster sei leer – die Kühlung ist ausgestellt. Dagegen spricht aber der schiefe ...

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