Walldorf

"Ehrenamts-Parship" soll Suchende zusammenbringen

Vereine und Engagierte hätten Schwierigkeiten, zueinander zu finden. Eine Übersicht mit Angebots- und Suchfunktion soll Abhilfe schaffen.

09.07.2024 UPDATE: 09.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 23 Sekunden

Das Rathaus in Walldorf. Foto: Reinhard Lask

Walldorf. (arb) "Es fehlt so etwas wie ein ,Ehrenamts-Parship’, also eine Online-Partnersuche für Ehrenamtswillige und Vereine, damit Suchende zueinander finden können." Diesen Mangel sprach Paula Glogowski (FDP) in der jüngsten Sitzung des Walldorfer Gemeinderats an, als sie den Ratsmitgliedern den Antrag ihrer Fraktion vom Februar zur Einrichtung eines Ehrenamtskompasses vorstellte.

Die Nachfrage von Seiten der Vereine sei hoch, sagte sie, aber engagierte Walldorferinnen und Walldorfer hätten Schwierigkeiten, herauszufinden, wohin sie sich wenden könnten und gebraucht würden. Das habe man auch in den anderen Fraktionen wahrgenommen, schlossen sich Elisabeth Krämer (SPD) und Nele Böhm (Grüne) an. Insbesondere treffe das auf neue Bürgerinnen und Bürger zu, so Böhm.

"Das Potenzial an Ehrenamtlichen ist hoch, wird allerdings noch nicht ausreichend ausgeschöpft", sagte Glogowski. Daher beantragte die Fraktion die Erstellung eines Ehrenamtskompasses, ähnlich dem bereits bestehenden Vereinsregister. "Wir sehen das als eine sinnvolle Ergänzung", schloss sich Christian Winnes für die CDU-Fraktion dem Antrag an.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, wolle man passgenaue Angebote machen, sowohl was den zeitlichen Aufwand angeht als auch die gesuchten Tätigkeiten, so Glogowski. "Dort können Vereine, Initiativen, Kirchen und Einrichtungen Suchanfragen mit einer konkreten Arbeitsbeschreibung und einem zeitlichen Rahmen für Ehrenamtliche veröffentlichen."

Wichtig sei es, dass der Kompass möglichst niederschwellig sei. Dazu, so Winnes, gehöre auch die Umsetzung. Es müsse geprüft werden, ob bereits bestehende digitale Lösungen genutzt werden könnten. Zwar sei zu erwarten, dass die Verwaltung des Instruments einen gewissen Aufwand mit sich bringen werde, das würde aber durch die Vorteile aufgewogen, ergänzte Böhm.

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Um auch diejenigen zu erreichen, die noch nicht digital unterwegs seien, schlug Winnes eine Präsenzveranstaltung zum Kennenlernen vor. Ähnlich äußerten sich Krämer und Wilfried Weisbrod (Grüne). Die SPD bat darum, nach einer gewissen Zeit zu prüfen, ob es angenommen und sich mehr Menschen einem Ehrenamt anschließen würden, aber "es könnte ein wertvolles Werkzeug sein".

Ein solches Instrument könnte das soziale Miteinander in Walldorf stärken, hoffen Böhm und Glogowski. "Die Idee ist natürlich sehr gut", sprach sich auch Weisbrod dafür aus und fasste damit zusammen, was am Ende ein einstimmiger Beschluss der Ratsmitglieder war.

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