St. Leon-Rot

Messerattacke war kein eskalierter Streit unter Flüchtlingen

Der 24-Jährige ist nach dem Messerangriff weiter in Gewahrsam. Er ist in Deutschland geboren.

06.07.2024 UPDATE: 06.07.2024 04:00 Uhr 50 Sekunden

St. Leon-Rot. (kbw) Der 24-Jährige, der am vergangenen Samstag in einer St. Leon-Roter Notunterkunft im Gewerbegebiet im Schiff einen 33-Jährigen Mitbewohner mit einem Küchenmesser verletzt haben soll, ist weiterhin einstweilen in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das teilte die Staatsanwaltschaft Heidelberg auf RNZ-Nachfrage mit.

Bestehe nach Abschluss der Ermittlungen der Verdacht, dass der Beschuldigte die Tat im Zustand verminderter oder aufgehobener Schuldfähigkeit begangen hat, und dass von ihm weitere derartige Taten zu erwarten sind, werde ein Sicherungsverfahren angestrebt. In einem solchen Verfahren geht es um die Frage einer langfristigen Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten mitgeteilt, dass der Mann bei der Festnahme Zeichen einer psychischen Erkrankung zeigte. Der Beschuldigte sei an jenem Samstag um 16.07 Uhr festgenommen worden, führte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft aus – 28 Minuten nach Eingang des Notrufes und 17 Minuten, nachdem die erste Polizeistreife am Tatort erschienen war.

Der Festnahmeort habe im Bereich des östlichen Ortsausgangs von Rot in Richtung Wiesloch und Rauenberg gelegen. Im Anschluss an die Tat hatte es einen großen Polizeieinsatz gegeben, nach Angaben der Behörden, weil zeitweise von einem weiteren Tatbeteiligten ausgegangen wurde.

Entgegen Gerüchten, ein Streit unter Flüchtlingen sei eskaliert, teilte der Sprecher mit, der Beschuldigte sei in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger. Weitere Fragen – etwa nach Erkenntnissen über vorangegangene Drohungen gegen den Geschädigten – seien Gegenstand der Ermittlungen und könnten noch nicht beantwortet werden.

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