Waldbrunn

Beim Spaziergang wie "vom Blitz getroffen"

Die Woche der Wiederbelebung läuft noch bis Sonntag. Ersthelfer retteten das Leben eines Waldbrunners.

23.09.2022 UPDATE: 23.09.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 27 Sekunden
Monate nach seiner Wiederbelebung im Mai traf Karl-Dieter Heisner (3. v. r., mit Ehefrau Kirsten) seine Ersthelfer Thomas Mayerhöfer (rechts), Bernhard Weiß (links) und Rainer Sigmund sowie Jan Hettinger vom DRK Ortsverein Waldbrunn. Foto: DRK Mosbach

Weisbach. (drk) "Wie vom Blitz getroffen, so fühlte ich mich." Das sagt Karl-Dieter Heisner aus Weisbach rückblickend. Der "Blitz", das war ein Herz-Kreislauf-Stillstand infolge eines schweren Herzinfarkts, der den 54-Jährigen an einem Sonntagmorgen im Mai bei einem Spaziergang umwarf. "Davor gab es keinerlei Warnzeichen", betont Heisner. "Ich hatte keine Schmerzen in der Brust oder Atemnot, wie man es oft hört." Dass er heute wieder topfit ist, verdankt er mehreren glücklichen Umständen, vor allem aber engagierten Ersthelfern. Die traf Karl-Dieter Heisner nun vor einigen Tagen wieder – voll Dankbarkeit.

Dabei war der 22. Mai absolut dramatisch: Gerade sah Kirsten Heisner ihren Mann noch vom Spaziergang nach Hause kommen, dann verlor sie ihn plötzlich aus den Augen. Als sie draußen nach ihm schaute, lag er röchelnd am Boden. Auf ihre Hilferufe eilte Nachbar Bernhard Weiß herbei, bemerkte die fehlende Atmung und begann sofort mit der Herzdruckmassage, unterstützt von Thomas Mayerhöfer, der zufällig am Ort des Geschehens vorbeifuhr. Eine Autofahrerin wählte die Notrufnummer 112, Kirsten Heisner, die Ehefrau des Patienten, rief zusätzlich den in der Nachbarschaft wohnenden Hausarzt und Notfallmediziner Rainer Sigmund zu Hilfe.

Kurz darauf trafen die durch die Integrierte Leitstelle alarmierten "Helfer vor Ort" Jan Hettinger und Simon Liepert vom DRK-Ortsverein Waldbrunn an der Einsatzstelle ein. Während die beiden Ersthelfer Weiß und Mayerhöfer die Herzdruckmassage fortführten, legte Rainer Sigmund einen Venenzugang, und Simon Liepert platzierte die Klebeelektroden des Defibrillators, auch AED genannt, auf der Brust des Patienten. Parallel dazu kümmerte sich Jan Hettinger um die Intubation und Beatmung des Notfallpatienten.

Nach nur einem Schock durch den Defibrillator war der Kreislauf von Karl-Dieter Heisner schon wieder in Gang gekommen. Die Helfer vor Ort organisierten noch vor dem Eintreffen des regulären Rettungsdiensts aus Mosbach den Transport mittels Rettungshubschrauber in die Uniklinik Heidelberg. Vier Bypässe erhielt der Weisbacher dort.

Heute nehme er zwar zahlreiche Tabletten ein, habe aber ansonsten keinerlei Beeinträchtigungen infolge des schweren Herzinfarktes, so Heisner. Unschätzbar wertvoll, das weiß er, war der Einsatz der beiden Ersthelfer. Bernhard Weiß und Thomas Mayerhöfer nehmen über ihren Arbeitgeber beziehungsweise über die Feuerwehr mindestens alle zwei Jahre ...

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