Eberbach

Was passiert mit der Fähre "Frischling"?

Die Entscheidung über den Verkauf der Fähre wird nach kontroverser Diskussion im Gemeinderat noch einmal vertagt.

24.05.2022 UPDATE: 26.05.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 11 Sekunden
Der Frischling. Archiv-Foto: Menges

Eberbach. (by) Kopf oder Bauch? Wenn das Herz an etwas hängt, tut man sich oft schwer, sich davon zu trennen, auch wenn es der Verstand eigentlich fordert. Ein Beispiel ist die Fähre "Frischling", welche die letzten Jahre vor Corona die Kuckucksmarktbesucher an den fünf Tagen schnell und sicher auf die jeweils andere Neckarseite brachte, ohne den Umweg über die Brücke gehen zu müssen. Als fünftem Punkt der Tagesordnung befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit der "Veräußerung der Fähre".

Dem Beschlussantrag der Verwaltung, der Gemeinderat möge der Veräußerung der Fähre Frischling aufgrund mangelnder Finanzierbarkeit durch die Stadtwerke Gruppe zustimmen, mochte die Ratsmehrheit nicht zustimmen. Dem Antrag von Markus Scheurich (SPD), die Entscheidung noch einmal zu vertagen, mit 13 Ja- und fünf Nein-Stimmen schon.

Der Fährverein Nibelungenland und das Sportbootzentrum Lampertheim wurden aufgelöst, die Fähre nicht mehr betrieben. Deshalb wurde sie am 17. September wieder an die Städtische Dienste Eberbach übergeben. Ein neuer Partner, mit dem ein vergleichbares Geschäftsmodell wie zwischen dem Fährverein und den Stadtwerken aufgebaut werden könnte, wurde in den letzten Monaten nicht gefunden. Ohne ein solches Modell verursache der Fährbetrieb Personal- und Sachkosten im sechsstelligen Bereich. Selbst ein Betrieb nur zum Kuckucksmarkt erscheine wenig sinnvoll, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen würde. Fährführer, Deckpersonal und Kassierer müssten zusätzlich eingestellt werden.

"Wenn jemand eine Idee hat, wären wir bereit, die Entscheidung auszusetzen", signalisierte Bürgermeister Peter Reichert schon zu Beginn Bereitschaft, die Entscheidung noch einmal zu vertagen.Heiko Stumpf (CDU) fand die Situation zwar sehr bedauerlich, sah aber die finanziellen Zwänge. Wenn das Gebot hoch genug sei, werde er zustimmen. Jens Müller (SPD) war "die Drucksache zu lapidar", er vermisste wichtige Zahlen wie Fixkosten. Beim Verzicht auf die Fähre fürchte er einen noch größeren Parkdruck während des Kuckucksmarktes.

"Die Kosten sind schwierig zu ermitteln. Erst brauchen wir jemanden, der die Fähre betreibt, dann können wir über die Kosten reden", so Reichert. Es gebe derzeit niemanden, der sie fahre. Mit Obrigheim und Heidelberg habe man Kontakt aufgenommen – kein Interesse. Ein Betrieb nur während des Volksfestes sei versicherungstechnisch nicht so einfach. "Die Versicherung muss dauerhaft sein", informierte ...

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