Neckargerach

Irene und Karl Bähr sind seit 65 Jahren verheiratet

Sie waren schon in jungen Jahren füreinander bestimmt und feiern am Donnerstag ihre eiserne Hochzeit. Gottesdienst am Samstag.

04.07.2024 UPDATE: 04.07.2024 04:00 Uhr 1 Minute, 59 Sekunden
Irene und Karl Bähr gaben sich heute vor 65 Jahren das Jawort. Foto: Peter Kirchesch

Von Peter Kirchesch

Neckargerach. Es ist schön, dass Irene und Karl Bähr am 4. Juli das seltene Jubiläum der eisernen Hochzeit – stolze 65 Ehejahre – gemeinsam erleben und feiern dürfen. Den Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Neckargerach hält Pfarrerin Esther Fauss am Samstag, 6. Juli, um 11 Uhr in der Kirche, in der die beiden 1959 von Pfarrer Horsch kirchlich getraut wurden.

Als achtjähriger Junge kam Karl Bähr nach Neckargerach. Sein Vater, der als Maschinist an der Schleuse Neckargemünd/Schlierbach arbeitete, war damals an die Schleuse Guttenbach versetzt worden. Da im Kriegsjahr 1945 kein Unterricht stattfand, begegneten sich Irene und Karl 1946 bei der Einschulung in die Volksschule Neckargerach. In derselben Klasse saßen sie sich in der Schulbank gegenüber – ob das ein Omen war? Bei der Konfirmation sagte Pfarrer Fleig scherzhaft zu den beiden: "Euch könnte ich eigentlich gleich trauen".

Karl trat als jüngster gelernter Maschinist in die Fußstapfen seines Vaters an der Schleuse Guttenbach und wurde später Schichtleiter. Irene wuchs auf dem Gröhl’schen Bauernhof im Kleinen Weg in Neckargerach auf. Sie war nicht nur auf dem Bauernhof das Mädchen für alles, sondern auch in ihrer Freizeit in der Gaststätte "Zur Minneburg", mit angeschlossener Likörfabrik (Albrecht Haaf).

Bereits mit 17 Jahren spielte Karl Bähr in der ersten Mannschaft des Sportvereins Neckargerach (SVN). Gerne erinnert er sich an die Zeit mit seinen Sportkameraden wie Gerd Fleig, Adolf Eich oder Vitus Lorenz. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied des SVN ernannt.

Die Zeit bei der Bundeswehr in Koblenz (Ehrenbreitstein) unterbrach seine sportliche Laufbahn, die er danach fortsetzte. Und immer wenn Karl seinen sportlichen Aktivitäten nachging, wanderte Irene sonntags von der Schleuse in den "Eisenbusch" zum Hof ihres Bruders, einer ehemaligen Putenfarm, und half dort bei den verschiedensten Arbeiten.

"Charles", wie Karl Bähr liebevoll genannt wird, wird in den Annalen des Neckargeracher Carneval Vereins 1964 (NCV) nicht nur als Gründungsmitglied einen festen Platz einnehmen. Seine Auftritte bei den Prunksitzungen der "Gericher Stromer" waren stets begeisternde Höhepunkte. Ausgestattet mit dem typischen Kurpfälzer Dialekt, hielt er seine brillanten Büttenreden, die so manche Narrenschar von den Tischen und Bänken rissen – die geforderten Zugaben gab "Charles" gerne. Auch seine musikalischen Auftritte mit den "Seebachlerchen", zusammen mit dem närrischen Ortschronisten und Schumacher Oskar Schnörr und dem Musiker Herbert Riedinger, bleiben in lebhafter Erinnerung.

Irene Bähr war seit 1969 begeisterte Turnerin in der Damengymnastikgruppe und wurde 2019 für ihre 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

55 Jahre wohnten die beiden in der "Schleusensiedlung" in Guttenbach, dann zogen sie in das ehemalige "Bekleidungsgeschäft Peter Bell" in Neckargerach. Liebevoll pflegt das Ehepaar die kleine Anlage vor dem Haus, in dem die von Karl Bähr geschmiedeten "Elvetritschen" stehen. Sehenswert ist auch das schmiedeeiserne Kreuz über dem Eingang zur Friedhofskapelle, das Karl Bähr ehrenamtlich gefertigt hat.

Den Glückwünschen der beiden Söhne Klaus mit Susanne und Jörg mit Inge sowie den beiden Enkelkindern und der Großfamilie schließen sich Bürgermeister Norman Link für die Gemeinde Neckargerach und Ministerpräsident Winfried Kretschmann für das Land Baden-Württemberg sowie die Rhein-Neckar-Zeitung gerne an. Gefeiert wird das große Fest natürlich auf der "Putenfarm" bei Neffe Gunter und seiner Frau Gabi.

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