Eberbach/Schönbrunn

Mildes Wetter weckt die Wanderlust der Kröten

Langsam fahrende Autofahrer entdecken die geschützten Tiere. Helferinnen und Helfer tragen die Amphibien über die Straßen.

13.02.2024 UPDATE: 13.02.2024 06:00 Uhr 1 Minute, 18 Sekunden
Gegen schnelle Autos haben die kleinen Erdkröten keine Chance. Autofahrer können durch ihre Rücksichtnahme dazu beitragen, dass sie sicher an ihre Laichplätze kommen. Foto: p.a.

Eberbach/Schönbrunn. (coe/pm) Sobald die Temperaturen in der Nacht über 5 Grad Celsius liegen und es bestenfalls noch regnet, verlassen die Amphibien ihr Winterquartier. Dann wird es für sie auf den Straßen, die ihren Lebensraum zerschneiden, gefährlich.

Frösche, Kröten, Molche und Salamander machen sich jetzt wieder auf den Weg zu ihren angestammten Laichplätzen. Da sie dabei auch Land-, Kreis- und Ortstraßen überqueren müssen, auf denen es nur die üblichen Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, erreichen viele Tiere ihr Ziel nicht.

50 Prozent der insgesamt 21 in Deutschland lebenden Amphibienarten wurden mittlerweile als bestandsgefährdet eingestuft – schwindende Lebensräume, Dürreperioden und auch der Straßenverkehr machen ihnen zu schaffen.

Um die nützlichen Tiere vor dem Verkehrstod zu bewahren, appelliert das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis deshalb an die Autofahrerinnen und Autofahrer, abends im Bereich der Wanderstrecken den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und besonders umsichtig zu fahren.

Schilder zur Kröten-Wanderung und die Tempo-Trichter sind aufgestellt. Foto: LRA

Maßnahmen wie Warnleuchten und -schilder, sogenannte Geschwindigkeitstrichter von 70 über 50 auf 30 km/h und Überholverbote sind im Rhein-Neckar-Kreis schon aufgestellt worden. Sie sollen dabei nicht nur die wanderlustigen Kröten schützen, sondern auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die die Kröten an eigens dafür eingerichteten Fangzäunen sowie auf freier Strecke einsammeln und sicher auf der anderen Fahrbahnseite wieder absetzen.

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Diese Amphibienschützer bittet das Landratsamt außerdem, während der Sammelaktionen Warnkleidung zu tragen und die Fahrbahn achtsam zu betreten. Auch sie könnten von zu schnell fahrenden Autos erfasst und verletzt werden. Vorsicht ist während der Amphibienwanderung auf folgenden Strecken in der Region geboten:

> L2311: zwischen Eberbach und Friedrichsdorf

> L2311: zwischen Eberbach und Gaimühle im Bereich des Stausees

> B45: Eberbach (Gammelsbachtal), im Bereich der Fischteiche

> K4105: zwischen Schönbrunn und Schwanheim

Für Schönbrunner Autofahrer sei der Hinweis erlaubt, dass viele verschiedene und geschützte Arten auf der Strecke von Haag nach Neckarhäuserhof "wandern". Wer wirklich langsam fährt, wird dort schwarzgelbe Salamander entdecken.

Wie man die Amphibien schützt und ihren Lebensraum erhält, weiß auch der NABU Eberbach. Er lädt morgen, 14. Februar, um 19 Uhr zum Stammtisch im Restaurant am Leopoldsplatz ein. Gäste sind willkommen.

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