Buchen: Eva Eiselt präsentierte ihr Kabarett-Programm "Neurosen und andere Blumen"

Das Publikum dankte der Kölnerin mit ausgelassener Stimmung und reichlich Applaus.

24.01.2016 UPDATE: 25.01.2016 06:00 Uhr 1 Minute, 53 Sekunden

Eva Eiselt unterhielt die Gäste im gefüllten Joseph-Martin-Kraus-Saal in den verschiedensten Rollen neurotischer Charaktere und sorgte für viele Lacher in den Reihen des Publikums. Foto: P. Ambros

Buchen. (pam) Die aus Köln stammende Kabarettistin Eva Eiselt befindet sich momentan wieder einmal auf Deutschlandtour. Seit knapp zehn Jahren begeistert sie die Massen bereits mit "keinem politischen, keinem Fast-Food-Kabarett, keiner 08/15-Unterhaltung, sondern nachhaltigem Kabarett", wie sie gerne immer wieder betont. Und genau das gelingt ihr auch mit ihrem dritten Soloprogramm "Neurosen und andere Blumen", das bereits seit 2014 ein Alleinläufer ist und noch immer regelmäßig für ausgebuchte Säle und beste Unterhaltung sorgt. Am vergangenen Freitagabend stattete die Künstlerin im Rahmen ihrer aktuellen Tournee auch dem Odenwald einen Besuch ab und versetzte den gefüllten Joseph-Martin-Kraus-Saal in Buchen in heitere Stimmung.

Dabei steht Eva Eiselt seit jeher für eine Virtuosität in ihren Auftritten ein, die sie nicht zuletzt ihrer Schauspielausbildung an der Athanor Akademie in Burghausen und der Zeit am Theater in Bonn und Baden-Baden verdankt. Bekanntgeworden durch das Duo "Top Sigrid" mit Christine Prayon, konnte sie in ihrer bisherigen Karriere auch schon den ein oder anderen Preis für ihren Einfallsreichtum und ihre Bühnenpräsenz abräumen - etwa den "Kleinkunstpreis Baden-Württemberg" oder den "Goldenen Rottweiler".

In ihrem Programm "Neurosen und andere Blumen" schlüpft Eva Eiselt dem Namen entsprechend wieder einmal in verschiedenste Rollen neurotischer Charaktere und offenbart auf diese Weise mit überspitztem Witz Gesellschaftskritik. Etwa in der Rolle einer Verkäuferin des neuen "Real Books", die den Gästen ihr Produkt mit Unmengen an Anglizismen vorstellte, um aufzuzeigen, wie heutzutage auch die einfachsten Dinge komplizierter gemacht werden können. Oder in der Rolle als Dame vom Ordnungsamt, die zu Beginn des Abends erst einmal den Durchschnitts-IQ des Publikums ermitteln musste, um zu entscheiden, "ob die Gäste nicht doch besser das RTL-Nachmittagsprogramm sehen sollten".

Und natürlich kamen auch Witze über die Frauen- und Männerwelt oder das vermeintliche Phänomen "Online-Dating" nicht zu kurz. Den dafür nötigen "Wahnsinn" erklärte sie dem Publikum als ihre eigene Assistentin, frei nach dem Motto: "Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel". So führte die Kabarettistin die Gäste mit einer eigens gesponnenen und zusammenhängenden Geschichte mit raschem Tempo durch die Ereignisse des Abends.

Dabei ging Eva Eiselt in jeder ihrer gespielten Rollen komplett auf und schaffte es, ein überspitztes Bild klischeebeladener Charaktere unserer heutigen Zeit zu zeichnen. Unter Einbeziehung des Publikums - insbesondere der von Landrat Dr. Achim Brötel, der amüsiert mehrmals seinen Kopf hinhalten musste, aber dafür immerhin auch eine Rose geschenkt bekam - vermittelte sie zudem noch mehr Nähe und Greifbarkeit. Viel falsch machen konnte sie laut ihrer eigenen Einschätzung in Buchen ohnehin nicht: "Ist doch schon der Odenwald - da ist es so, wie es ist".

Dass der Kabarettabend ein voller Erfolg war, verdeutlichte auch die Besucherzahl: So war der Joseph-Martin-Kraus-Saal mit über 100 Gästen an den aufgestellten Tischen beinahe voll ausgelastet. Das Publikum dankte Eva Eiselt für ihre Darbietungen mit reichlich Applaus und schallendem Gelächter. Das Fazit des Abends: Wozu sich immer über die halbe Welt aufregen? Manchmal reicht es auch aus, alles von seiner komischen Seite zu betrachten.

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