Die Nacht so kurz

Wie übersteht man Zeiten mit wenig Schlaf?

Genug schlafen, heißt es überall. Doch was, wenn das Leben nicht mitspielt - etwa weil die Arbeit oder das Baby nachts nach einem verlangen? Schlafmediziner geben Tipps.

16.11.2022 UPDATE: 16.11.2022 09:05 Uhr 3 Minuten, 24 Sekunden
Wer schon nach dem Aufstehen etwas Bewegung und Licht tankt, wird besser wach. Foto: Thomas Warnack/dpa/dpa-tmn​

Von Jessica Kliem

Vielleicht ist es das Baby, das mitten in der Nacht gefüttert werden will. Oder der Wecker für die Frühschicht klingelt. Gründe, warum Menschen zu wenig Schlaf abbekommen, gibt es viele. Und in manchen Phasen sind sie nur schwer abzustellen.

Doch wie kommt man durch die Woche, wenn es einfach nicht klappt, genug zu schlafen?

Schadet Schlafmangel der Gesundheit?

"Stillzeit für die Mütter, Schichtarbeit, das sind alles Situationen im Leben, die haben mit gesundem Schlaf-Wach-Verhalten nichts zu tun", sagt Prof. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Berliner Charité.

Immerhin: Langfristig gesundheitsschädlich sei wenig Schlaf aber erst, wenn es um Zeiträume von über fünf Jahren geht. Dann steigt beispielsweise das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder für Diabetes.

Gefahren können von Schlafmangel aber sehr wohl ausgehen - wenn man sich übermüdet ins Auto setzt oder Maschinen bedient. Daher sollte man sich vor riskanten Tätigkeiten selbst gut beobachten. Und sie im Zweifel besser lassen, rät Dora Triché. Sie leitet das Schlaflabor am Klinikum Nürnberg.

Schlaf sei der "Service für den Organismus". Fehlt er, kann das ähnliche Symptome auslösen wie Alkoholgenuss, so die Schlafmedizinerin. Wir können uns schlechter konzentrieren und nicht mehr so schnell reagieren. Viele Menschen sind außerdem psychisch weniger ausgeglichen und leichter zu reizen.

Strategie 1: Dank Nickerchen entspannen

In Phasen mit wenig Schlaf heißt es also: Ruhig mal einen Gang zurückschalten, wenn das denn möglich ist. Und gegen akute Müdigkeit auf kurze Nickerchen setzen. "Um danach drei bis vier Stunden erholt zu sein, reichen fünf, zehn, vielleicht auch 15 Minuten", so Ingo Fietze. Ein Sofa braucht man dafür nicht: Auch im Sitzen kann das kurze Nickerchen wirken.

Triché rät gerade jungen Eltern, für das Nickerchen ruhig auch mal andere Dinge zurückzustellen: "Nicht schnell die Wohnung putzen oder noch eine Waschmaschine einräumen, sondern sich dann, wenn das Kind einschläft, selbst kurz zum Schlafen hinlegen", sagt Triché, die Teil des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für ...