Rohes Schlemmen?

Rohkost-Ernährung im Check

Was, wenn die Ernährung zum Großteil aus rohen Mahlzeiten besteht? Was Rohkost bedeutet - für Gesundheit und Genuss.

26.07.2022 UPDATE: 26.07.2022 11:13 Uhr 2 Minuten, 56 Sekunden
Sich komplett von Rohkost zu ernähren, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Aber: Wer einen guten Teil seines Essens roh zu sich nimmt, tut etwas dafür, hohe Blutfettwerte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Foto: dpa

Bad Homburg/Bremen (dpa) - Frische, unverarbeitete Lebensmittel - daraus setzt sich eine Rohkost-Ernährung zusammen. So definiert es zumindest Petra Bracht, Fachärztin für Allgemein- und Ernährungsmedizin in Bad Homburg.

Die einzige Regel: Um die Frische der Lebensmittel zu wahren, werden sie nicht über 42 Grad erwärmt. Der Herd bleibt also kalt, stattdessen sind Küchenmaschine, Mixer und vielleicht auch ein Dörrgerät die wichtigsten Geräte.

Viele Varianten - und großer Einfallsreichtum

Alles Gemüse, oder was? Das gilt bei Rohkost nicht unbedingt. Zwar gibt es vegane oder vegetarische Varianten. Rohkost-Ernährung kann aber auch heißen, rohen Fisch, rohes Fleisch und rohe Eier zu sich zu nehmen, manchmal auch Rohmilch und Rohmilchkäse.

Wie Rohkost letztendlich umgesetzt wird, könne sehr unterschiedlich aussehen, sagt Petra Bracht, die Autorin mehrerer Ernährungsratgeber ist.

Auch auf dem Teller am Ende: Von Spaghetti aus Zucchini und Möhren bis hin zu No-Bake-Brownies aus Datteln und Nüssen - die Rohkost-Küche lädt dazu ein, kreativ zu werden.

Blumenkohl kann man auch roh essen - zum Beispiel als Zutat in Smoothies oder geraspelt im Salat. Foto: dpa

Rohkost als Lebensstil

So ist es auch bei Melanie und Sönke Brummerloh. Sie essen mehr als die Hälfte ihrer Lebensmittel rohköstlich. "Obwohl es bei uns immer um gesundes Essen geht, hat tatsächlich der Geschmack die höchste Priorität", schreiben die beiden auf ihrem Vollwert-Blog.

Auch wenn der Herd meist kalt bleibt, raspeln die Brummerlohs mit den beiden Kindern Gemüse, mahlen Getreide oder pürieren Obst. Das Experimentieren mit Rezepten und Zutaten ist Leidenschaft und Beruf für die beiden ärztlich geprüften Gesundheitsberater geworden.

Anfangs hatte der Umstieg auf eine überwiegend pflanzliche und rohköstliche Ernährung jedoch gesundheitliche Gründe. Während Melanie Brummerloh unter Gelenkschmerzen litt, hatte Sönke Brummerloh seit seiner Kindheit mit Neurodermitis, Heuschnupfen und Allergien zu kämpfen.

Mit mehr Rohkost gegen Wohlstandskrankheiten

Das Paar beschloss, die Ernährung umzustellen und bemerkte schnell Veränderungen. Nicht nur, dass Melanies Gelenkschmerzen verschwanden - auch Sönke konnte auf einmal wieder Erdbeeren und Haselnüsse ohne allergische Reaktionen essen. Und im Sommer ohne Heuschnupfen über Wiesen laufen.