Heidelberg

Osvirol produziert Masken "unter Volldampf"

Nach einer Sommerdelle fährt Osvirol die Maskenproduktion in Heidelberg wieder hoch.

04.08.2022 UPDATE: 04.08.2022 06:00 Uhr 2 Minuten, 5 Sekunden
Osvirol produziert Masken auf mehreren Maschinen. Foto: dpa

Von Matthias Kros

Heidelberg. Trotz des hohen Preisdrucks durch die Konkurrenz aus China hält der Heidelberger Hersteller von Atemschutzmasken Osvirol eine Produktion hierzulande weiter für rentabel. Zwar habe man zu Beginn des Sommers im Zuge des Wegfalls der meisten Corona-Maßnahmen die Fertigung heruntergefahren. Inzwischen liefen aber wieder drei Maschinen, die vierte werde gerade gewartet.

"Wir fertigen ausschließlich auftragsbezogen und fahren unter Volldampf", sagte Geschäftsführer Karl Oswald am Mittwoch auf RNZ-Anfrage. Aus seiner Sicht rechne sich das Geschäftsmodell auch in Deutschland. "Das ist keine Eintagsfliege, für uns reicht es." Seit kurzem verfüge man sogar über eine Dekra-Zertifizierung, was für viele Abnehmer aus dem medizinischen Bereich von großer Bedeutung sei. "Dadurch haben wir zahlreiche neue Kunden hinzugewonnen." Auch viele Apotheken fragten die Ware an.

Oswald widerspricht damit dem Verband der deutschen Schutzmasken-Hersteller, der kürzlich ein baldiges Ende der aufgrund der Corona-Pandemie begonnenen Produktion hierzulande in Aussicht gestellt hatte. Spätestens im Jahr 2025 werde alles wieder so sein wie vor Corona, sagte Verbandssprecher Stefan Bergmann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel": "Viele bauen dann vermutlich ihre Maschinen wieder ab und verkaufen sie". Die Bilanz sehe eher mager aus. "Kaum jemand dürfte seine Investitionen wieder reingefahren haben, trotz der Förderung des Bundes", ist Bergmann überzeugt. Grund für die schlechten Geschäftsaussichten seien die höheren Kosten für die Herstellung hierzulande im Vergleich zu Masken aus chinesischer Produktion. Großbestellungen, etwa von Krankenhäusern und Behörden, unterlägen einem Ausschreibungsverfahren, bei welchem der Preis oft den Ausschlag gebe.

Hintergrund

Die Firma Oswald ist ein Experte für den Friseurbedarf und Kosmetik. Zur Geschichte: Karl Otto Oswald hat das Unternehmen 1925 mit einem Seifengeschäft in der Heidelberger Innenstadt, in der Plöck, gegründet. Geschäftsführer des

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Die Firma Oswald ist ein Experte für den Friseurbedarf und Kosmetik. Zur Geschichte: Karl Otto Oswald hat das Unternehmen 1925 mit einem Seifengeschäft in der Heidelberger Innenstadt, in der Plöck, gegründet. Geschäftsführer des Familienunternehmens sind heute Peter Oswald und Thomas Oswald in dritter und vierter Generation. Im Jahr 2014 hat die Karl Oswald GmbH & Co.KG im Heidelberger Stadtteil Bahnstadt ein neues Geschäftsgebäude eingeweiht. 2020 wurde die Tochterfirma Osvirol GmbH gegründet mit dem Ziel der hochwertigen Maskenproduktion.

Die Masken: Partikelfilternde Masken (englisch: Filtering Face Piece PPC) bedecken Nase und Mund und schützen vor Flüssigkeitsnebel, den sogenannten Aerosolen, Staub und Rauch. Unterschieden wird in FFP1, FFP2 und FFP3. Für Krankenhausangestellte, Pflegepersonal und andere Personengruppen mit erhöhter Infektionsgefahr sind Schutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 vorgeschrieben.

Der Vliesstoff: Das Weinheimer Unternehmen Freudenberg produziert und liefert den dreilagigen Vliesstoff als Grundlage für die Maskenproduktion unter anderem an die Heidelberger Firma Osvirol, die daraus in ihrem Werk im Stadtteil Wieblingen Mund-Nasen-Masken in FFP2 und FFP3 Qualität herstellt.

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Dessen ist sich auch Oswald bewusst: "Wir sind vielleicht etwas teurer als mancher Hersteller aus China, aber dafür gehen unsere Kunden kein Risiko ein", erklärte er im Hinblick auf Qualität und bestehende Lieferengpässe in Fernost. Viele Kunden – auch Wiederverkäufer – deckten sich wohl auch deshalb derzeit mit den Masken ein. Hinzu komme die Gefahr einer neuen Ansteckungswelle im Herbst, so der Geschäftsführer. "Da wollen sich aktuell viele bevorraten".

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