Bildung in Baden-Württemberg

Gewerkschaft will im Unterricht die Auseinandersetzung mit AfD suchen

Wie umgehen mit der AfD im Klassenzimmer? Die GEW hat dazu eine klare Meinung - und ermutigt Lehrerinnen und Lehrer.

29.03.2024 UPDATE: 29.03.2024 11:36 Uhr 1 Minute, 7 Sekunden
Symbolfoto: dpa

Stuttgart. (dpa/lsw) Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft die Lehrkräfte auf, im Unterricht die Auseinandersetzung mit der AfD zu suchen. "Die AfD ist eine Partei mit verfassungsfeindlichen Tendenzen. Das dürfen und sollen Lehrerinnen und Lehrer auch im Klassenraum so sagen", sagte GEW-Chefin Maike Finnern der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). "Am besten tun sie das, indem sie konkrete Aussagen und Vorgänge analysieren und mit den Schülerinnen und Schülern besprechen." Laut Finnern bietet dafür unter anderem der Beutelsbacher Konsens die rechtliche Grundlage. Dieser sieht vor, Schüler zu mündigen Bürgern heranzubilden.

Bei politischer Bildung im Unterricht müssen die Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses eingehalten werden. Sie gehen zurück auf eine Tagung der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung 1976 im schwäbischen Beutelsbach. Der Beutelsbacher Konsens verpflichtet Lehrer gegen Indoktrination, aber nicht zur Wertneutralität, wie es auf der Internet-Seite der Landeszentrale für politische Bildung heißt.

Politisch kontroverse Themen sollen kontrovers dargestellt werden. Schüler sollen befähigt werden, zu einem eigenen Urteil über politische Themen zu kommen. Die Lehrer sind verpflichtet, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die Werte des Grundgesetzes und die Landesverfassung einzutreten. Sie sollen die Schüler im Geiste der Demokratie, Menschenwürde und Gleichberechtigung erziehen. "Die dafür notwendige Überparteilichkeit ist nicht mit Wertneutralität zu verwechseln", schreibt die Landeszentrale. Konkret heißt das nach ihren Ausführungen: Wenn politische Parteien etwa Antisemiten dulden und erkennbar personelle Überlappungen in die rechtsradikale und rechtsextreme Szene aufweisen, muss dies im politischen Unterricht kritisch angesprochen werden.

Der Verfassungsschutz beobachtet die Südwest-AfD seit Juli 2022 als sogenannten rechtsextremistischen Verdachtsfall. Die Geheimdienstler dürfen die Rechtspopulisten genauer unter die Lupe nehmen, unter strengen Voraussetzungen Mitglieder observieren, Telefone überwachen, Informanten anwerben. Die Sicherheitsbehörden sehen "hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte" für verfassungsfeindliche Bestrebungen in der AfD Baden-Württemberg.

(Der Kommentar wurde vom Verfasser bearbeitet.)
(zur Freigabe)
Möchten sie diesen Kommentar wirklich löschen?
Möchten Sie diesen Kommentar wirklich melden?
Sie haben diesen Kommentar bereits gemeldet. Er wird von uns geprüft und gegebenenfalls gelöscht.
Kommentare
Das Kommentarfeld darf nicht leer sein!
Beim Speichern des Kommentares ist ein Fehler aufgetreten, bitte versuchen sie es später erneut.
Beim Speichern ihres Nickname ist ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie bitte sich aus- und wieder einzuloggen.
Um zu kommentieren benötigen Sie einen Nicknamen
Bitte beachten Sie unsere Netiquette
Zum Kommentieren dieses Artikels müssen Sie als RNZ+-Abonnent angemeldet sein.