Die Erschließungsarbeiten für Nord III sind in vollem Gange. In der Dezembersitzung des Gemeinderates erfuhr nicht nur selbiger, sondern auch die vielen Besucher Konkretes über die Ansiedelung des Rewe-Marktes. Foto: Ursula Brinkmann
Von Ursula Brinkmann
Haßmersheim. Mancher in Haßmersheim hatte schon daran gezweifelt, dass sich im Neubaugebiet Nord III ein "Rewe"-Markt ansiedeln würde. Doch in der Sitzung am 16. Dezember konnten Dirk Schlund und Alois Schöllhorn diese Zweifel entkräften, stellten die beiden Herren doch die konkrete Planung für einen 1400 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt vor.
Schlund stellte sich dem Gemeinderat und den zahlreichen Besuchern im Sitzungssaal als derjenige vor, der in der Rewe-Region Südwest für Modernisierung und Expansion zuständig sei; Schöllhorn repräsentierte den Projektentwickler Böpple. "Wir sind auf Wachstumskurs", begründete Schlund die Entscheidung für den Standort Haßmersheim und verwies auf die Neueröffnung in Neuenstein im vergangenen Juli. Vom dortigen Markt wurden Bilder gezeigt, denn der am Neckar werde ganz ähnlich aussehen.
Optimal seien 1400 qm Verkaufsfläche für den angepeilten (und notwendigen) Umsatz von rund fünf Millionen Euro im Jahr. Zur Zeitplanung sagte Schöllhorn, dass man im Januar das Baugesuch einreichen, Mitte 2020 mit dem Bauen beginnen und ein Jahr später fertig sein wolle. Die Fragen von Anna Leischner (Grüne) nach einer Ladestation für Elektroautos und die von Ortwin Herrmann (CDU/UFW) nach einer Bäckerei nebst Café konnten die Projektplaner mit "Ja" beantworten, wobei ein Betreiber des Marktes noch ebenso wenig feststeht wie der einer Bäckerei.
"Wenn wir mit dem Bauen starten, gehen wir in die (zunächst interne) Ausschreibung für einen Kaufmann." In der Region Südwest hat Rewe derzeit 658 Märkte, rechnet man "nahkauf"- und Partnermärkte sowie die 13 in Rewe-Eigenregie betriebenen hinzu. 305 werden von Einzelhändlern geführt, so soll es auch in Haßmersheim sein.
Für das Eingangstor zu Nord III, den Kreisverkehr als Anbindung von der Landesstraße L588 (erster Bauabschnitt), fasste der Gemeinderat bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen den Beschluss, das Ingenieurbüro IFK mit den Leistungsphasen 1 bis 8 zu beauftragen; das Honorar hierfür beträgt 87.500 Euro. Während die Planungen am Südende des Entwicklungsbandes schon sehr konkret und die Erschließungsarbeiten für Nord III in vollem Gange sind, galt es für den zweiten Bauabschnitt in der Planung weiter voranzukommen. Wiederum sollen die IFK-Ingenieure beauftragt werden, einen Bebauungsplan zu erstellen – nun für die innerörtliche Entlastungsstraße. Kostenpunkt hier: 20.500 Euro. Den Aufstellungsbeschluss als ersten Schritt im Planverfahren hatte der Rat in der vorangegangenen Sitzung gefasst.
Dass hier Planungsaufträge vergeben werden sollten, noch bevor der Gemeinderat einen Bebauungsplan (nächster Schritt nach einem Aufstellungsbeschluss) beschlossen habe, "verblüffte" Johannes Höfer (Freie Wähler).
Um eine Förderung für den ersten Bauabschnitt zu erreichen, müsse eine Kostenberechnung für den zweiten vorliegen, begründete Bürgermeister Michael Salomo den Schritt, den der Gemeinderat schließlich bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mitging.
Zum guten Besuch der Sitzung im Dezember hatte wohl das Thema Vereinsförderung beigetragen. Galt es doch, die im Haushalt 2019 vorgesehenen 25.000 Euro zu verteilen. Anträge waren jedenfalls für knapp 75.000 Euro bei der Verwaltung eingegangen; drei Vereinsvorsitzende stellten ihre Vorhaben sogar persönlich vor. Der Vorschlag der Verwaltung, die Vereine mit jeweils knapp 42 Prozent der beantragten Summe zu fördern, also eine Quotierung vorzunehmen, wurde eifrig diskutiert und um weitere Vorschläge ergänzt. Da die Verwaltung die Fördersumme um 5000 Euro erhöhte, könnten alle Anträge etwa gleich berücksichtigt werden. Dem konnte eine knappe Mehrheit des Gremiums zustimmen.
Eine deutlichere Mehrheit votierte später dafür, die Entschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeit, zu denen auch die Sitzungsgelder der Gemeinderäte zählen, anzupassen (zu erhöhen). Jonas Schmitt (SPD) hatte sich "angesichts der Haushaltslage" dagegen ausgesprochen, und fand auch, dass die Gelder anderswo besser aufgehoben seien. Vier weitere Volksvertreter waren ähnlicher Ansicht an und stimmten gegen den Beschlussvorschlag.
"Flügelweise" wird die Friedrich-Heuß-Schule saniert, wozu der Einbau eines Aufzugs und Fluchttreppenturms, Brandschutzelemente und eine Containeranlage gehören, in die die Schüler(innen) klassenweise ausweichen sollen. Für die Container lag das günstigste Angebot bei 102.000 Euro; der Rat stimmte einmütig zu.
Ebenfalls einstimmig fiel das Votum für den Forstbetriebsplan 2020 aus, den Revierleiter Rolf Glaser sowie Dietmar Hellmann und Pascal Hecht von der Forstbetriebsleitung Schwarzach ebenso vorstellten wie die Forstreform 2020 und – mit warnenden Worten – die Zustände in den Wäldern. Für sein Revier in Haßmersheim fand Rolf Glaser drastische Worte: "Das Waldbild auf der Eduardshöhe ist in Auflösung begriffen!"