Heidelberg

Kunst aus dem Wohnzimmer

Die Agentur Gäng stellt sich im Künstlerhaus Jung in der Heidelberger Altstadt mit der Gruppenschau "Raumimpulse" vor.

19.05.2022 UPDATE: 20.05.2022 06:00 Uhr 1 Minute, 53 Sekunden
Blick in die Ausstellung mit Arbeiten von Victor Sanovec. Foto: Julia Behrens

Von Julia Behrens

Heidelberg. Meditatives Schwarz-Weiß im Kabinett, zerteiltes Bütten im Flur. Informel entlang der Treppe, Fotografie auf der Galerie: Es ist ein bunter Mix aus Positionen und Stilen, der sich gerade im Künstlerhaus Jung in der Altstadt ausbreitet. Und es sind ebenso heterogene Bereiche, in denen die Arbeiten gezeigt werden.

Kuratiert wird die Schau von der Kunsthistorikerin Vera Janina Gäng, die im August 2021 ihre eigene Kunstagentur in Heidelberg gegründet hat. Jetzt stellt sie unter dem Titel "Raumimpulse" zum ersten Mal Künstlerinnen und Künstler vor, die Teil ihres Programms sind. Zu ihnen zählt auch der Maler Herbert A. Jung, der in der Oberen Neckarstraße lebt und seine Bilder dort dauerhaft im Erdgeschoss präsentiert. Die Werke vier weiterer Kolleginnen und Kollegen sind nun im ersten Stock seines Altstadthauses zu sehen.

Auf dieser Etage gibt es Schreibtische und eine Bücherwand, so dass man ein wenig an die improvisierte Wohnzimmeratmosphäre der Langen Nacht der Museen erinnert wird. Das hat Charme, führt aber zu einem unruhigen Gesamteindruck. Ein schönes Areal bespielt die Walldorfer Künstlerin Claudia Urlaß (geboren 1984). Sie ist mit ihren Bleistiftzeichnungen vertreten, die sich aus feinen Schraffuren zu einer gewebeartigen Struktur zusammensetzen und in großem Realismus vom Papier abheben. Außerdem hat sie einige ihrer besonderen, aus der Fibonacci-Reihe entwickelten Kompositionen mitgebracht. Darin schafft sie erstaunlich ornamentale Muster aus der berühmten mathematischen Folge, in zwei- und dreidimensionaler Form sowie seit Neustem auch digital.

In einem schmalen Flurabschnitt finden sich die beeindruckenden Büttenobjekte des tschechischen Künstlers Victor Sanovec (geboren 1943), der heute in Mainz lebt. Die beidseitig monochrom mit Aquarell behandelten Papiere werden diagonal oder gerade angeschnitten und aufgeklappt, so dass ein interessanter Austausch zwischen Vorder- und Rückseite entsteht. In jüngeren Werken mit Acryl treten an die früheren Schnittstellen Linien, die zu geometrischen Feldern verwachsen und eine größere tonale Bandbreite aufweisen.

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Informell-abstrakt schwingen die Farben dagegen durch die Bilder der Künstlerin Hedwig Emmert (geboren 1943). Sie studierte in Basel Kalligrafie und ließ Elemente der Schriftkunst immer wieder in ihre Arbeiten einfließen. Die Malerin und Glasgestalterin lebt in Efringen-Kirchen an der Schweizer Grenze und hat ihre Werke ...

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